GoSt Wissensdatenbank
Die Wissensdatenbank mit Artikeln zu Barfuß & den Paleos®
In der Wissensdatenbank findest Du eine Fülle an gesammeltem KnowHow und persönlichen Erfahrungen von Kunden und Testern zu u.a. Themen wie Laufschuhe, Minimalisten, Vorfußlaufen, Barfußtipps, Therapien, Gesundheit, uvm. Wir wünschen uns sehr, dass Dir diese Informationen weiterhelfen. Wenn Dir unsere Inhalte gefallen oder Du Anregungen oder kritische Anmerkungen hast, freuen wir uns auch über einen Eintrag im Gästebuch.
Meistgelesene Artikel
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Zum Inhalt dieser Seite
Vorwort / Wissenswertes
Wie gesund sind unsere "zivilisierten" Füße?
Historie: Jagen und die Suche nach Nahrung!
Die Koordination durch das Propriozeptive System.
Boden+Schuh: auf die Kombination kommt es an!Unsere „Barfuß“ Erfahrungen in der Natur
Wirkungen, mit denen man rechnen kann.
Was wir seit Anfang 2011 gelernt haben.Für den Umstieg auf "Barfuß" und Minimalist
Wie ist Deine persönliche (Lauf)Situation.
Die Umstellung von Lauf- auf Barfußschuh.
Die Umstellung auf reines Barfußlaufen.
Videos, Links und weiterführende Artikel
Vorwort / Wissenswertes
Die nachfolgenden Informationen sollen helfen, Deine Lust auf das Barfußlaufen zu wecken und Dir den Weg dorthin zu erleichtern. Für die meisten von uns ist es nämlich nicht so einfach wie es klingt! Dafür sprechen auch die offiziellen Zahlen: 98% der Kinder kommen mit gesunden Füssen auf die Welt. Im Erwachsenenalter leiden über 60% an Fußschäden. Seither haben allein die vergangenen 50 Jahre gepolsterter Schuhe bei 80% der Läufer zu Verletzungen geführt. Höchste Zeit also, über Barfußlaufen und/oder die PaleoBarefoots® nachzudenken!
Um das besser zu verstehen, hilft ein Blick in die Jahrmillionen lange Entwicklung des Menschen. Vor über 300.000 Jahren bevölkerten unsere Vorfahren aus der Steinzeit die Erde. Im Gegensatz zu heutigen Athleten, die eher leben um zu laufen, liefen die Paleo-Athleten allein um zu LEBEN! Ihr Alltag war das Überleben, das Jagen und die Suche nach Nahrung über weite Strecken. Dazu brauchten sie Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer. Aus heutiger Sicht würde man sie als Extrem-Sportler bezeichnen! Und - sie liefen barfuss! Für die vielfältigen Untergründe und Anforderungen an die Füße, ist ihr Aufbau deshalb entsprechend komplex, doch sehr präzise steuerbar.
Das Propriozeptive System: Gleichgewicht, Bewegung und die eigene Position wollen wohl koordiniert und gesteuert sein! Soll das präzise funktionieren, ist unser Gehirn auf deutliche Signale aus unserer unmittelbaren Umgebung angewiesen. Temperatur-, Dehn- und Druck-Rezeptoren sowie Gelenke und die Haut übermitteln dem Gehirn dazu ständig Impulse über aktuelle physische Bedingungen. Deren Auswertung findet dort über das sog. Propriozeptive System statt, das seinerseits über Signale regulierende Reaktionen im ganzen Körper auslöst.
Etwa 70% dieses Feedbacks kommt über Rezeptoren, die in unseren Füßen zu finden sind. Je offener diese Sensoren dem Untergrund ausgesetzt sind, umso präziser die ausgelösten Impulse. Es wären kaum so viele dieser Rezeptoren gerade an dieser Stelle, wenn sie dort nicht so wichtig wären! Das Gehirn steuert mit ihren Signalen Kreislauf, Muskeln und Organe, um eine möglichst sichere und energiesparende Fortbewegung zu gewährleisten.

Boden+Schuh: auf die Kombination kommt es an!
Wir können heute davon ausgehen, dass die Menschen schon immer in Tälern, Steppen, Wäldern, an Flüssen und Seen sowie entlang von Küsten lebten. Immer in der Nähe von gutem Jagdgrund und ausreichend pflanzlicher Nahrung. Sicherlich sind unsere Füße auch für die Überquerung von bspw. Felsen geeignet. Die längste Zeit aber bewegten sie sich auf eher weichen Naturböden. Jeder für sich wird bestätigen können, dass er sich barfüßig auf Sand, Gras und Laub wohler fühlt, als auf harten Flächen. Das System "Fuß" ist evolutionsbedingt auf unterstützende Dämpfung ausgelegt.
Wusstest Du, dass bei jedem Schritt im Lauf unser Gehapparat das ca. Dreifache des eigenen Körpergewichts abfedern muss? Wir halten deshalb den aktuellen Trend „mit wenigen Millimeter dicken Sohlen längere Strecken auf bspw. hartem Asphalt zurückzulegen" für recht bedenklich.
Ähnlich einem Laufband sind diese Flächen sehr arm an Variationen (keine Abwechslung in Härte, Neigung, etc.) doch schlimmer noch - ohne jede dämpfende Wirkung.
Umgekehrt wiederum eignen sich stark gedämpfte Laufschuhe mit starren Sohlen nicht für weiche und unebene Naturböden. Die Rezeptoren nehmen den Untergrund (versteckte Steine, Wurzeln, Löcher, etc.) nur diffus wahr und das Propriozeptive System generiert entsprechend ungenaue Gegenmaßnahmen. Statistische Erhebungen belegen auch, dass der größte Teil der Laufverletzungen auf weichen Böden entsteht. Darüber hinaus wird bei dieser Kombination von Schuh und Untergrund weit mehr Energie benötigt um der hier doppelten Dämpfung entgegenzuwirken.
Abhängig von der Kombination Untergrund und Schuh bzw. Barfuß, kann für längere Strecken auf unterstützende Dämpfung nicht verzichtet werden. Diese Polsterung muss also vom Boden, dem Schuh oder von beidem zusammen bereitgestellt werden. Übliche Laufschuhe sollten daher weiterhin für harte Böden eingesetzt werden, wohingegen nackte Füße und Minimalisten mit dünnen Sohlen besser auf weiche Naturböden ausweichen sollten!
Unsere These wird auch von den führenden Initiatoren des Trends (wie bspw. Daniel E. Lieberman oder Christopher McDougall) kaum bestritten. Vielmehr verweist man auf Fragen danach lediglich darauf, dass Läufer auch barfuss lieber asphaltierten Wegen folgen. Diese Flächen sind für sie vorhersehbar und gut einzusehen (siehe Video) heißt es. Durchweg unkommentiert hingegen bleibt das daraus resultierende eher einseitige Training der Füße und die wenig anspruchsvolle Stimulation der Rezeptoren (gleiche Härte, gleiche Oberfläche, gleiche Neigung = immer gleiche Anforderung).
Hier ist ein Beispiel dafür, wie einseitige Belastungen auf längere Zeit die Füße leiden lassen. Ein guter Artikel und ein sehr ehrlicher Autor, der eingesteht dass er dies besser nicht getan hätte. Das Laufen auf Straßen ist in dennoch ein guter Anfang (in Minimalisten oder auch barfuß sofern es kein Rennen ist). Langfristig sollte man jedoch mehr auf natürlichen, abwechslungsreicheren Oberflächen laufen um die Füße und das Propriozeptive System umfassend und im Sinne von "natural running" zu trainieren.

Unsere „Barfuß“ Erfahrungen in der Natur
Neben unseren persönlichen, beinhaltet die nachfolgende Liste auch die Erfahrungen der Paleo®Testers seit Anfang 2011. Vorrangig ihrer Mithilfe ist es auch zu verdanken, dass diese Seite so entstehen konnte. Vielen Dank dafür!
Wirkungen, mit denen man rechnen kann
► Man fühlt sich der Natur sehr viel näher.
► Beine und Füße fühlen sich stärker an.
► Der Gehapparat wird geschmeidiger.
► Der Gleichgewichtssinn wir trainiert.
► Die Körperhaltung korrigiert sich.
► Rücken- und Knieprobleme verschwinden.
► Fußfehlstellungen bilden sich zurück.
► Laufverletzungen heilen schneller aus.
► Es entsteht besonders Feingefühl für Bewegungen.
► Man läuft ausdauernder und energiesparender.
► Die Fortbewegung insgesamt ist fließender.
► Die Füße werden breiter, die Zehen spreizen sich.
► Der eigene Laufstil wird ein anderer ...
► ► Er wechselt zu "gleitend, tastend".
► ► Das Laufen ist barfuß erheblich leiser.
► ► Man drückt die Knie nicht mehr durch.
► ► Man lehnt den Oberkörper weiter nach vorn.
► ► Man macht mehr, aber kürzere Schritte.
► ► Vorder- und Mittelfuß treffen nun zuerst auf.
► ► Man läuft unter dem eigenen Schwerpunkt.
► Das Immunsystem wird gestärkt, man ist seltener krank.
► Mental fühlt man sich besser und die Laune hebt sich.
► Richtig dosiert macht Barfußlaufen großen Spaß!

Was wir seit Anfang 2011 gelernt haben
► Die innere Einstellung muss stimmen!
► ► besonders, wenn das Wetter schlecht oder kalt ist,
► ► oder man bereits einige Tage nicht gegangen ist.
► ► Man merkt immer erst unterwegs wie schön es ist.
► ► Barfußlaufen erfordert innere Ruhe und Enspannung.
► ► Ist man abgelenkt, steigt auch das Verletzungsrisiko.
► Man sollte sich als Einsteiger gut vorbereiten und …
► ► den Barfuß-Weg zuvor planen und erkunden,
► ► den Untergrund möglichst häufiger wechseln,
► ► für alle Fälle immer Ersatzschuhe dabeihaben,
► ► sich bis auf die Füße wärmer als sonst anzuziehen,
► ► eine Mütze tragen (der Kopf verliert viel Energie),
► ► für Wasser zur groben Reinigung danach sorgen,
► ► oder besser noch, gleich an einer Wasserstelle starten.
► Regelmäßigkeit ist wichtig! Man sollte einen klaren Rythmus haben.
► ► Wenigstens alle zwei bis drei Tage sollte man in die Natur.
► ► Vorsicht! Besonders nach den Wintermonaten beinnt man wieder bei "0"!
► ► Am Anfang jedoch noch nicht laufen, weniger ist mehr!
► ► Auch Minuten reichen anfangs. Man kann sich dann langsam steigern.
► ► Längere Pausen sollte man möglichst vermeiden.
► Für kleinere Verletzungen sollte man gerüstet sein.
► ► (Besonders bei längeren Ausflügen zu bedenken.)
► ► Es kann bspw. passieren, dass man sich die Zehen stößt,
► ► sich einen blauen Fleck oder kleine Prellungen zuzieht,
► ► man umknickt oder vielleicht sogar hinfällt.
► ► Eine kleine Erstversorgung mitzunehmen ist sinnvoll:
► ► ► eine Idealbandage (6 cm breit),
► ► ► eine Rolle Leukoplast (2,5 cm breit),
► ► ► eine elastische Klebebinde (8 cm breit),
► ► ► eine Fläschchen Franzbranntwein,
► ► Man sollte wissen, wie aktuell die Tetanus-Impfung ist.
► ► Als Diabetiker sollte man unnötige Risiken meiden.
► Bei unerwarteten Zwischenfällen unterwegs, sollte man...
► ► (Besonders bei längeren Ausflügen zu bedenken.)
► ► im Zweifel jederzeit abkürzen oder umkehren können,
► ► oder einen Ort haben, an dem man rasten kann.
► ► Den Weg daraufhin zuvor prüfen ist ratsam.
► Man sollte Körperbewußsein entwickeln und sich gut beobachten.
► ► (Gilt generell und ist nicht nur für das Barfußlaufen wichtig.)
► ► Besser man folgt keinem Trend, sondern hört zuerst auf seinen Körper.
► ► (lies dazu vielleicht unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn")
► ► Auf alle Änderungen an Beinen und Füßen sollte man achten.
► ► Besonders Intensität und Dauer von Reaktionen sind wichtig.
► Barfußlaufen bei Kälte und niedrigen Temperaturen
► ► man sollte zunächst mit normalen Schuhen laufen,
► ► und erst wenn die Füße warm sind auf barfuss wechseln.
► ► Vorsicht, werden die Füße zu kalt sind, werden sie schmerzunempfindlich,
► ► dann steigt die Verletzungsgefahr, da man nicht mehr deutlich fühlt.
► ► Das Gefühl für den Boden geht verloren und rechtzeitiges Reagieren kaum möglich.
► ► (Man tritt dann zu hart auf und nimmt keine Last zurück bei bspw. spitzen Steinen).
► ► Daraus resultierende Prellungen und Stauchungen zeigen sich erst zuhause.
► ► Besser also, rechtzeitig zurück auf die Schuhe zu wechseln …
► Muskelkater, Ziehen und leichte Schmerzen sind kein schlechtes Zeichen,
► ► (Auch vom Training im Fitnessstudio kennt man das.)
► ► sondern ein Hinweis dass die Anpassung stattfindet.
► ► Anfangs maerkt man, dass die Waden schmerzen - das ist normal.
► ► Richtig wehtun darf es allerdings nicht - dann war es zuviel!
► ► Dann gönnt man sich besser eine zusätzliche Pause und beobachtet,
► ► reduziert dann Dauer und Intensität, macht aber vorsichtig weiter.
► ► Wird es besser, nimmt man vorsichtig den alten Rythmus wieder auf.
► Vergiss nicht die Pflege der Füße.
► ► Als Barfußläufer sollte man sich täglich die Füße waschen.
► ► Auch Eincreme sollte man sie regelmäßig, doch nicht zu häufig.
► ► Dazu nimmt man am besten eine leichte Feuchtigkeitscreme,
► ► oder bei trockener und rissiger Haut auch Melkfett.

Der Umstieg auf "Barfußlaufen" und Minimalisten
Wie ist Deine persönliche (Lauf)Situation► Bist Du der gemütliche Typ oder echter Läufer?
► Auf welchen Böden bewegst Du Dich bisher?
► Suchst Du nach passenden Böden für Deine Schuhe?
► Oder nach passenden Schuhen für andere Böden?
► Du verstehst, dass es nicht nur um andere Schuhe geht?
► Wie sieht Deine persönliche Trainingssituation aus?
► Hast Du Geduld und die Ausdauer für Änderungen?
► Nasse, kalte und schmutzige Füße kein Problem?
Unabhängig von Deiner aktuellen Situation solltest Du sie nicht unmittelbar und radikal ändern. Sei Dir bewusst, dass jede Veränderung an Schuhen, dem Untergrund und besonders die Kombination von Beidem großen Einfluss auf Sehnen, Bänder, Muskeln und Deine Art zu laufen (den Laufstil) haben wird. Stelle Dich darauf ein, dass es Monate dauern könnte, bis sich Dein Gehapparat auf die neuen Bedingungen eingestellt hat und die ideale Schuh-Untergrund-Kombination gefunden ist. Dein ganz persönlicher Laufstil wird sich fließend und auf längere Sicht entwickeln. (Bitte lies dazu auch unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn").

Die Umstellung von Lauf- auf Barfußschuh
► Deine Füße waren bisher gestützt und gepolstert.
► Die Sprengung (Gefälle Ferse-Zehen) ist jetzt nahe„0“.
► Der Fuß hat Platz und kann sich besser bewegen.
► Selbst die Zehen können nun individuell mithelfen.
► Kein Fußbett mehr, das das Fußgewölbe stützt.
► Der Boden unter Dir ist viel besser zu spüren.
► Die Rezeptoren Deiner Sohlen fühlen mehr.
Schon der Barfußschuh selbst sorgt für völlig veränderte Bedingungen mit denen Deine Füße nun umgehen müssen. Ohne Deine bisherigen Laufschuhe müssen Fußmuskulatur, alle Bänder und Sehnen für die neuen Bedingungen koordiniert, gestärkt und in Form gebracht werden. Allein der fehlende Absatz (die Sprengung) kann anfangs zu merklichen Problemen mit Wadenmuskeln und Achillessehnen führen, da sie nun schlicht zu kurz sein könnten. In Barfußbedingungen muss man buchstäblich erst hineinwachsen. Besonders Sehnen und Bänder reagieren nur sehr träge!
Hinzu kommt noch der gewählte Untergrund. Solltest Du Dich zusätzlich dazu entschieden haben, zukünftig auf Naturböden (Wiese, Sand, Waldboden, etc.) zu laufen, kommt es zu weiteren Anforderungen. Bspw. werden durch das tiefere Einsinken in den Boden die Füße stärker überstreckt. Der unebene Boden führt zu anderen Winkeln und Neigungen. Auch Steine, Äste, usw. werden Deine Rezeptoren "kitzeln", die dann anfangs eventuell etwas überreagieren.
Deshalb nochmals der Rat, mit wenigen Minuten zu beginnen und nur sehr langsam zu steigern. Sofern Du bereits ein trainierter Läufer bist, laufe mit den neuen Minimalisten anfangs immer wieder nur Minuten. Warte die Reaktionen ab und steigere Dich dann kontinuierlich. Folge auch nicht dem Rat, eine bestimmten Laufstil zu trainieren, sondern gib Deinem Körper Gelegenheit ihn eigenständig zu entwickeln. (Nochmals der Hinweis auf unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn").

Die Umstellung auf reines Barfußlaufen
► Zusätzlich zu den vorangegangenen Punkten…
► Die Rezeptoren Deiner Sohlen liegen nun völlig frei.
► Kälte, Wärme, Nässe, usw. spürst jetzt unmittelbar.
► Du bist vor Gefahren am Boden nicht mehr geschützt.
► Du wirst schmutzige Füße bekommen ;)
Bei zu anspruchsvollem Untergrund kann das reine Barfußlaufen – insbesondere zu Anfang - schon recht anspruchsvoll sein. Umgekehrt gibt es allerdings auch kein authentischeres Fußgefühl, das so erdet und entspannen kann. Selbst Matsch und Pfützen werden mit nackten Füßen zu einem Hochgenuss! Minimalisten können zwar die physikalischen Bedingungen nachstellen, nicht aber Barfußgefühl leisten – nämlich die unmittelbare Wahrnehmung aller Umgebungsfaktoren bei jedem Schritt.
Wenn Deine Füße schon über Jahrzehnte gut behütet und in Schuhen verpackt waren, werden sie anfangs natürlich sehr sensibel sein. Insbesondere gilt das für die Rezeptoren, die durch die Sohlen hindurch ja bisher sehr genau „hinhören“ mussten. Freiliegend trifft sie nun die volle Wucht der Umgebungsbedingungen, auf die sie nun neu „kalibriert“ werden müssen. Es ist deshalb durchaus möglich, dass Du anfangs nur wenige hundert Meter auf Waldboden gehen kannst. Die Rezeptoren werden jetzt noch bei jeder kleine Unebenheit als vermeintliche Gefahr werten.
Wieder zuhause werden die Fußnerven dann noch lange nachreagieren und Deine Füße regelrecht „brummen“. Sie fühlen sich dann ähnlich an wie das Gesicht nach einem langen, kalten Winterspaziergang. Die Anpassung an diese unmittelbare Stimulation kommt allerdings erstaunlich schnell voran und nach einigen Malen wird sie schon so gut funktionieren, dass Deine Wege weiter werden und sich immer angenehmer anfühlen. Das System für die Unterscheidung von Normalbedingung zu wirklichen Gefahren wird dann funktionieren.
Apropos Gefahren. Selbstverständlich bleibt natürlich ein gewisses Verletzungsrisiko bestehen. Besonders auf unbekannten Naturböden und in Gewässern können Scherben, scharfkantige Steine, Blechteile und anderes lauern und die Barfußfreude langfristig zunichte machen. Entspanntes Barfußlaufen ist deshalb nur in Bereichen möglich, die man kennt und gut einsehen kann. Für alles, was darüber hinausgeht, werden die PaleoBarefoots® interessant.
Jeder sollte hier für sich allein herausfinden, wie viel er verträgt. Ein guter Rat ist, nach einem ersten Barfußlauf von 15 Minuten erst einmal einen Tag Pause zu machen und sich und seine Füße gut zu beobachten. Sie werden Dir schon sagen, ob sie es vertragen haben, oder es bereits zuviel war.

Videos, Links und weiterführende Artikel
Video: Christopher McDougall: Are we born to run?
Video: Daniel Lieberman: How To Run: DOs & DON'Ts
„Die Geheimnisse des perfekten Läufers“
Eine weitere hervorragende Dokumentation über die Entwicklungsgeschichte des Menschen hin zum besten Langstreckenläufer unseres Planeten. Das Barfuß-Laufen spielt darin eine zentrale Rolle. Ein überaus sehenswerter Film, der auch als DVD erhältlich ist.
Die Welt 2011 · Neandertaler fehlte beim Laufen die Ausdauer
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2010
Foot strike patterns and collision forces
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2012
What we can learn about running from barefoot running: an evolutionary medical perspective.
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2012
Foot strike and injury rates in endurance runners: a retrospective study.
Wikipedia · Barefoot Running
SPORTSCIENCE · Barefoot Running
Runners World November 2012
Changes to Stride, Surface and Form to Avoid Injury
New York Times October 2012
Myths of Running: Forefoot, Barefoot and OtherwiseStudie der Universität Savonia Februar 2010
Leichtschuhe bei Schmerzen am unteren Rücken
Schweizer Sonntagszeitung April 2010
Auf dem Weg zum natural running
Süddeutsche Zeitung Mai 2010
Gelenke schonen beim Joggen - Hornhaut statt Turnschuh
Süddeutsche Zeitung März 2010
weiche Sohle: verpönt
Süddeutsche Zeitung Mai 2010
Laufschuhe belasten Gelenke Schlimmer als barfuß
Harvard Universität, Januar 2010, Studie:
Running barefoot or in Minimal Footwear
Universität von Virginia, Januar 2010, Studie:
The Effect of Running Shoes on Lower Extremity Joint Torques
BBC, Januar 2010
Shoes may have changed how we run
Der Standard (AT), Januar 2010
Wer geübt barfuß läuft, schützt automatisch ...
Berliner Morgenpost, Januar 2010, US Studie:
Forscher empfehlen, barfuß zu joggen
Welt, Januar 2010, Sportmedizin:
Joggingschuhe belasten mehr als Barfußlaufen
SPIEGEL, Januar 2010, Jogging Studie:
Laufschuhe belasten Gelenke stärker als Barfußlaufen
ETH Zürich, 2009 Studie Kinderfüße:
Barfuss schneller als in Turnschuhen

Die hier bereitgestellten Erfahrungen und Tipps dienen in erste Linie als Anleitung und sind für all diejenigen gedacht, die zum Barfußlaufen wieder zurückfinden möchten. Sie sind selbstverständlich kein Ersatz für die Beratung durch einen Arzt, Trainer oder Coach. Vor der Durchführung von Übungen und/oder Änderungen Deines Trainings solltest Du sie ggf. befragen. Für diese rein auf unseren persönlichen Erfahrungen beruhenden Informationen können wir keine Haftung übernehmen. Wir verweisen auf die Nutzungsbedingungen (AGB) dieser Website.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 111 (Ø 6.38) Views: 3751 Stichworte: Erstellt: 12.06.2012 Geändert: 02.06.2013 -
Warum sind die PaleoBarefoots® so anders?
In der Regel läuft man Schuhe ein … die Schuhe passen sich beim ständigen Tragen den Füßen an. Bei den PaleoBarefoots® wie auch beim echten Barfußlaufen stimmt diese Logik nicht. Hier müssen sich die Füße den unmittelbaren Belastungen und Einwirkungen der Umwelt stellen und sich erst daran gewöhnen. Will man nur gehen, ist die Belastung geringer, will man barfuss größere Strecken bewältigen, ist sie sehr viel stärker. Höhere Belastungen als spazieren zu gehen, oder den Strand entlang zu flanieren kann viele Wochen/Monate der Umstellung bedeuten. Muskeln, Sehen und Bänder in Beinen und Füßen müssen sich an die neuen Bedingungen anpassen. Allein die ganz persönliche (Barfuß)Form bestimmt hier Rhythmus und Geschwindigkeit.
Jedem, der den überwiegenden Teil seines Lebens Schuhe (inkl. Barfuß-Schuhe) getragen hat, wird es kaum gelingen, von jetzt auf gleich länger als Minuten vollkommen barfüßig über Straßen, Schotterwege oder holprige Waldwege zu gehen. Nicht trainierte, über Jahre durch Schuhwerk abgeschirmte Füße werden mit der plötzlichen, sensorischen Reizen und den ungedämpften mechanischen Belastungen nicht gleich umgehen können. Noch fehlt die strukturierte Verarbeitung der nun ungedämpften, massiven Reize, die Deine 200.000 Nervenenden nun ungefiltert wahrnehmen. Neben den Nerven sind in den Fußsohlen zudem natürliche Schutzeinrichtungen wie Fettpolster, Lederhaut, Körperspannungen usw. eventuell nicht mehr ausreichend vorhanden. Mit den PaleoBarefoots® ist all dies nicht anders. Sie bieten zwar perfekten Schutz gegen rein mechanische Gefahren, nicht aber gegen das Barfußlaufen selbst. Bewusstes kontinuierliches Training (auch daheim) ist alles.
Dies ist auch der Grund, warum sich die PaleoBarefoots® keiner bekannten Klasse für Fußbedeckungen zuordnen lassen. Mehr noch, sie definieren eine völlig neue Barefoot-Technologie. Ihr Charakter liegt sehr dicht am „puren Barfußlauf“ und sehr weit entfernt von den sog. Barfuß-Schuhen (Minimalisten wie VIBRAM, Vivobarefoot und vielen andere). Ein Alleinstellungsmerkmal, wie man es sich als Anbieter nur wünschen kann. Andererseits können die „minimalistischen“ Eigenschaften vom Anwender leicht unterschätzt werden. Paleo®Laufen ist so „unmittelbar“ wie Barfußlaufen – und zwar in allem, was dazugehört … genauso kalt, genauso nass, genauso weich, genauso hart. Es macht enorme Freude, all dies zu erleben. Doch brauchen manche Füße Zeit damit (wieder) umzugehen.
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Erstellt: 19.05.2012 Geändert: 21.01.2013 -
Was sagt die Wissenschaft zu Barfußschuhen?
Schon im Jahre 1995 warnte der Biomechaniker Christoph Reinschmidt von der Universität Calgary (Kanada) davor, dass die sog. Sprengung (die Erhöhung der Ferse im Vergleich zum Vorfuß), die Pronation des Fußes in der Stützphase der Laufbewegung verstärkt. Die Pronation des Fußes ist eine natürliche Dämpfungsbewegung durch eine natürliche Bewegung nach innen. Hier geht es in erster Linie um die Kraft, mit der der Fuß in diese Drehung gedrückt wird. Je nach Konstruktion des Absatzes verursacht dieser ein Mehrfaches an Belastung (Grau, 2003). Die Schuhhersteller „erfanden“ daraufhin sogenannte „Pronationsstützen“ (härtere Materialien auf der Innenseite der Zwischensohle) um die starken Belastungen durch die Sohle abzufedern. Die amerikanische Biomechanikerin Dr. D. Casey Kerrigan und ihre Kollegen fanden erst kürzlich heraus, dass ausgerechnet gedämpfte Schuhe mit hoher Sprengung (Absätzen) und Pronationsstütze die Hüft- und Kniegelenke ihrer Träger stärker belasten, als wenn diese ganz einfach barfuss laufen würden. Die Wissenschaftler maßen beim Laufen mit Schuhen um 37 Prozent höhere interne Drehmomente im Knie und um 54 Prozent höhere Drehmomente in den Hüftgelenken.
Eine weitere Studie ist einem amerikanischen Forscherteams unter der Leitung von Geoffrey Keenan zu verdanken. Die Experten der University of Virginia beobachteten 68 gesunde Sportler mit Schuhen und rein barfuss auf dem Laufband. Die Sportler wurden dazu mit Reflektoren ausgestattet und mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt. Alles zu dem Zweck, die Belastungen der Gelenken mathematisch errechnen zu können. Das Ergebnis verblüffte auch hier: An Hüft-, Knie- und Fußgelenken traten weit höhere Kräfte auf, wenn Jogger Schuhe trugen. Die Hüfte wird durch Laufschuhe rechnerisch um durchschnittlich 54 Prozent stärker belastet, als beim Barfußlauf. Im Kniegelenk lagen die Belastungswerte zwischen 36 und 38 Prozent höher. Man ging durch die Messungen davon aus, dass die höheren Belastungen zu großen Teilen vom erhöhten Absatz und dem Stützmaterial unter dem Fußgewölbe herrührten. Diese Studie bestätigte damit überzeugend, dass die erhöhten Belastungen an den drei unteren Gelenken eine Folge des Aufbaus (Sprengung/Pronation) moderner Laufschuhe sind.
Auch Wissenschaftler um den Evolutionsbiologen Prof. Dr. Daniel Lieberman von der Universität Harvard (Nature, Bd. 463, S. 531, 2010) kommen zu diesem Ergebnis: Wer barfuss joggt, schont seine Gelenke. Sehr richtig stellen die Autoren fest, dass Jogger mit herkömmlichen Laufschuhen mit der Ferse voran den Boden berühren. Die Belastung der Knie und anderer Gelenke erhöht sich dadurch bis zum Dreifachen des eignen Körpergewichts. Barfuss hingegen treffen die Läufer eher mit dem Ballen oder Mittelfuß zuerst auf. Dabei wird ein natürlicher Federmechanismus der Füße genutzt, um den anschließenden Aufprall der Ferse bereits stark abzufedern. Die Restenergie beim anschließenden Aufsetzten der Ferse wird dann als geminderter Stoß über das Gelenk weitergeleitet. Prof. Lieberman dazu: „Die meisten Menschen glauben, es sei gefährlich und schmerzhaft, barfuss zu laufen“. Jedoch ist das Gegenteil der Fall. Selbst auf hartem Untergrund sei es angenehmer, ohne Schuhe zu laufen. Bei ungehinderter Bewegungsfreiheit der Füße werden diese besser trainiert und gestärkt, was im Ergebnis zu weniger Verletzungen führen kann.Fazit und Grundsatzdenken:
Auch anerkannte Mediziner, Physiotherapeuten, Orthopäden und Podologen sind sich einig, dass die biomechanischen und sensorischen Funktionen des menschlichen Fußes durch Schuhwerk degenerieren. Vermeide deshalb Schuhe mit Absätzen und auch Schuhe, die äußerlich flach aussehen und trotzdem eine Sprengung haben. Selbst Schuhe, die als „Barfußschuhe“ oder mit angeblich „Nullabsatz“ beworben werden, sind in der Regel im Ballen- und Fersenbereich unterschiedlich stark. Gehe häufig barfuß oder in Schuhen, die dem Barfußlaufen so nahe wie möglich kommen.
Inzwischen begegnet man diesem Thema generell auch in den Medien immer häufiger. Der zunehmende Trend, sog. „Minimalisten“ auch „Barefoots“ oder „Barfußschuhe“ für Sport und Freizeit einzusetzen ist ungebrochen. Hier ein kleiner Überblick zu entsprechenden Produkten, die seither von anderen Herstellern dazu auf den Markt gebracht wurden.Doch ist das schon alles?
Nein, denn jeder kann noch viel mehr für sich tun. Aus unserer Überzeugung ist der Einsatz von Barfußschuhen nur der Anfang dieser Entwicklung und noch lange nicht zu ende gedacht. Wichtig für das allgemeine Wohlbefinden, Gemütslage und die Anregung von körpereigenen Vitalfunktionen ist nicht allein die Position des Fußes! Es gibt eine ganze Reihe weiterer, ebenso wesentlicher Faktoren, die auch von modernen Barfußschuhen nur ungenügend bereitstellt werden. Wir sprechen hier von den unmittelbaren, möglichst variationsreichen Einflüssen der Umwelt auf die Füße und damit letztlich auf den gesamten Körper.
Warum sonst, beginnen Menschen unweigerlich zu lächeln, wenn sie barfuss in eine Pfütze steigen? Und warum ist man als Erwachsener kaum in der Lage, seine Kinder von Schlamm, Dreck und Matsch fernzuhalten worin sie gern umher springen? Urinstinkte?
Um dies besser verstehen zu können, sollte man sich die Menschheitsgeschichte vor Augen halten. Wie lange schon läuft der Mensch auf planierten, ebenen ja sogar polierten Flächen? Unsere Füße haben sich seit Jahrmillionen zu dem entwickelt, was sie heute sind. Sie sind eine biomechanische Glanzleistung der Evolution – gentechnisch optimiert für ständig wechselnde Unterschiede in Bodenhärte, Bodenbeschaffenheit, Temperatur, Feuchtigkeit und Nässe, Bodeneigung, usw. In den vergangenen 10.000 Jahren haben wir jedoch die Abschirmung der Füße von eben diesen Ur-Reizen geradezu perfektioniert … und ihnen diese enorm wichtigen Stimulationen genommen.
Der Aufbau des Gehapparats insgesamt ist das biomechanische Ergebnis einer überaus langen Entwicklungszeit. Sie sind optimiert auf alle Untergründe, die in der Natur vorkommen – und im Umkehrschluss, auf nichts, was es vor 10.000 Jahren an Untergründen nicht gab. Dazu arbeitet die Evolution leider zu viel zu langsam. Auf einer Asphaltpiste über Stunden der immer gleichen Belastung ausgesetzt zu sein, ist für die Komplexität der Füße eine andauernde Unterforderung, die zur Degeneration führen muss. Füße brauchen die Abwechslung um rundherum gesund und stark zu bleiben: warm, kalt, nass, trocken, hart, weich, uneben, bergauf, bergab, schräg, usw.
Barfuß und die PaleoBarefoots®:
Die etwas irreführenden Bezeichnung Barfußschuh bezeichnet, entgegen dem was man erwarten könnte, nicht das erreichte Barfußgefühl, sondern vielmehr barfußähnliche Bedingungen (minimale Sprengung, kein/wenig Fußbett, dünne Sohle, Zehenfreiheit und einen insgesamt sehr weiche Bauweise), die ein solcher Schuh nachstellen soll. Unsere deshalb weniger guten Erfahrungen mit bestehenden Produkten (den sog. „Minimalisten“ auch „Barefoots“ oder „Barfußschuhen“) führte schließlich zu einer einfachen Idee, der Gründung von GoSt-Barefoots und einem völlig neuen Barfußkonzept.
Gehen und Laufen, so barfuss wie möglich und auf möglichst natürlich gewachsenen Böden. Ideale Voraussetzungen für unsere Füße UND die PaleoBarefoots®. Die Barefoots wurden speziell dazu entwickelt, selbst auf unbekannten und wenig übersichtlichen Böden absolut sicher „barfuss“ zu laufen und im wahrsten Sinne des Wortes, die Natur zu spüren. Auf Heiden und Wiesen, im Wald, an Küsten, Bächen und Flüssen – ja sogar im und unter Wasser.
Die PaleoBarefoots® haben folgende Vorteile gegenüber Minimalisten:
► Sie bestehen vollständig aus Edelstahl-Ringgewebe und halten ein Leben lang.
► Das Material ist industriell bewährt (Fleischindustrie) und hygienisch unbedenklich.
► Diese PaleoBarefoots® schützen zuverlässiger vor Verletzungen.
► Das offene Ring-Raster macht Umwelteinflüsse unmittelbar erfahr- und spürbar.
► Das flexible Gewebe erlaubt natürliche Fußbewegungen und erhöht die Beweglichkeit.
► Temperaturunterschiede (Kneippeffekt) wirken stimulierend auf den Körper.
► Der jeweilige Untergrund verursacht belebende Massagen (Fußreflexzonen).
► Ihre Verwendung stärkt das Immunsystem und regt Vitalfunktionen an.
► Die PaleoBarefoots® vermitteln pures und damit echtes Barfußgefühl.
Da diese Liste nur einen kurzen Einblick geben kann und zuwenig detailliert ist, finden Sie nachfolgend einige Links zu entsprechenden Informationsseiten auf unserer Online-Präsenz. Sollte Sie weitere Informationen benötigen, sprechen Sie bitte mit uns.
Links zu weiteren Informationen auf dieser Palttform:
► Informationen zur Herstellung der PaleoBarefoots®.
► Gesundheitliche Aspekte Paleo®- und Barfußlaufen.
► Eine Zusammenfassung der Eigenschaften.
► Aussagen von Kunden und Testern.
► Kunderezensionen Online-Shop.
► Bildergalerie PaleoBarefoots®.
► Videoarchiv PaleoBarefoots®.
► Die PaleoBarefoots® auf YouTube.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 59 (Ø 6.25) Views: 1708 Stichworte: Erstellt: 31.08.2012 Geändert: 12.01.2013 -
Ein Trend bewegt die Massen: laufe auf dem Vorderfuß!
Schon seit einigen Monaten beobachten wir die zunehmenden Diskussionen über Vorder- und Mittelfußlaufen und können nur staunen, wie zu diesem Thema täglich hunderte neuer „Barfoot Coaches“ ihre Bücher und (kostenpflichtigen) Dienste anbieten. Woher kommt dieses plötzliche Wissen und wo war es so lange verborgen? Oder anders gefragt: Ist Barfußlaufen tatsächlich so außergewöhnlich, geheimnisvoll, unbekannt, vergessen, gefährlich?
Es scheint wie so häufig wenn sich neues Bewusstsein gegenüber „Vergessenem“ versucht zu definieren. Bevor man sich sein eigenes Bild macht und darüber versucht, den eigenen, persönlichen Laufstil zu finden, neigt man dazu, vertrauensvoll dem neuen Trend zu folgen. Aus persönlichem Leidensdruck (statistisch ist die Zahl der Laufverletzungen seit Jahrzehnten nicht gesunken), Ungeduld und Mangel an Zeit ziehen es viele vor, sich beraten und "coachen" zu lassen. „Vorderfußlaufen“ heißt der aktuelle Trend! Und schon beginnen mehr und mehr Läufer damit, ihren über lange Jahre gepflegten Laufstil zu verändern. Ganz egal mit welchen Schuhen – und noch unverständlicher – egal auf welchem Untergrund!
Aus unserer persönlichen Sicht und Erfahrung ist die Kombination von Laufschuh UND Untergrund maßgeblich für den eigenen Laufstil! Und dieser ist so variabel wie unsere Füße im Aufbau (und das nicht ohne Grund) komplex sind!
Ein einfaches Beispiel: stellen wir uns einen grob geschotterten Weg vor und nehmen einen gestandenen Marathonläufer, der schon viele Jahre ausschließlich mit gedämpften Trainern die Straßen entlangläuft.
► Mit den beschriebenen Schuhen wird er auf diesem Untergrund kaum Veranlassung haben, seinen eventuelle sehr ausgeprägten Fersenlauf zu ändern. Durch die starke Dämpfung ist ihm zu dieser Ekenntnis jegliches Feedback von außen genommen. Es tut nichts weh, also warum sollte er hier etwas anders machen? Auf Schotter lauert für ihn trotz aureichender Dämpfung jedoch eine Gefahr, die er nicht bzw. nur zu spät erkennen kann. Harte Sohlen führen beim Tritt auf hochstehende Steine in Bruchteilen einer Sekunde zum Umknicken des gesamten Fußes (Prinzip Wippe). Im vollen Lauf treten dabei enorme Kräfte auf. Die einzige Fußpartie, die dem drohenden Umknicken entgegenwirken kann ist der Knöchelbereich. Kaum ein anderer Muskel im Fuß, kein Zeh, kein Fußgewölbe kann hier helfen. Laufverletzungen bei intensiven Läufern liegen deshalb in der Regel außerhalb des Schuhs (Knöchel, Knie, Waden, Oberschenkel, usw.). Um es anders deutlich zu machen: Skiunfälle führen regelmäßig zu gerissenen Bändern, gebrochenen Beinen, verdrehten Knien – doch bricht man sich dabei kaum den Mittelfußknochen, oder knickt sich die Zehen um. Alle plötzlich auftretenden Kräfte müssen in solchen Fällen allein von der biologischen Struktur des Gehapparates, dem vom Knöchel an aufwärts, kompensiert werden. Das klappt leider nicht immer! Nicht ohne Grund wurde deshalb geteerte, saubere und vor allem plane Straßen zum bevorzugten Untergrund der meisten Langstreckenläufer.
► Ziehen wir dem gleichen Läufer nun einen Minimalisten mit dünner 3-4mm dicker Sohle an und lassen ihn erneut über das Schotterfeld laufen. Eventuell wird er auch damit noch wie gewohnt auf der Ferse loslaufen. Doch was wird passieren, wenn sich der erste spitze Stein schmerzvoll in seine Ferse gedrückt hat? Er wird ganz einfach Angst bekommen sich erneut weh zu tun oder gar zu verletzten, dazu sein Tempo reduzieren, genau hinsehen wohin er tritt – und letztlich instinktiv auf den Mittelfuß oder Ballen wechseln ohne die Knie wie sonst durchzudrücken. Durch diese Maßnahme schafft er sich das dringend erforderliche (Reaktions-)Polster, um bei Bedarf jederzeit Last vom Fuß oder Fußbereichen nehmen zu können.
► Was passieren wird, wenn man ihm die Schuhe nun völlig auszieht, muss hier glauben wir nicht beschrieben werden, da jeder von uns genau weiß wie er sich bewegt, wenn der Untergrund extrem unangenehm, heiß, oder kalt wird. Es könnte bei unserem Läufer auf einem Untergrund wie scharfkantigem Schotter jedenfalls zu einem extrem Vorderfußgang in sehr geringer Geschwindigkeit kommen.
► Nehmen wir noch ein viertes Beispiel. Lassen wir den gleichen Fersenläufer doch – wieder völlig ohne Schuhe – über eine Wiese, oder den weichen warmen Sand am Strand gehen. Wie läuft er dort? Wie läufst Du dort? Im normalen Gehen wird hier wieder JEDER Fersenläufer sein. Doch warum ist das so?
Verletzungesschutz vs. Energieverbrauch!
Nun, die Natur versucht für unseren Körper ständig zwei Dinge gegeneinander abzuwägen und entsprechend zu gewichten: Die Sicherung des Überlebens bzw. der Schutz vor Verletzungen (die das Leben ja beeinträchtigen würden), und das bei möglichst geringem Energieeinsatz. Vorrang hat dabei jedoch immer der Schutz vor Schäden am Körper selbst. Alles andere wird dem - ohne dass wir es bewusst steuern - unterzuordnen. In Bezug auf unseren Schotterweg bedeutet dies, dass das Feedback der schmerzenden Fußsohlen dazu führt, dass alle Abläufe und Positionen im Gehapparat unmittelbar an die drohende Gefahr angepasst werden. Langsamer und Vorderfuß bedeutet sicherer, verbraucht aber entsprechend mehr Energie (besonders, wenn noch wild rudernde Arme für die Balance hinzukommen). Sobald keine Gefahr mehr droht (Sandstrand oder weiches Gras), ist definitiv der Fersengang die energiesparendere und auch sensorisch angenehmere Gangart.
Jeder kann auf dem Vorderfuß zu laufen!
Obschon nie bewusst trainiert, läuft unter bestimmten Voraussetzungen auch unser Marathonläufer wie selbstverständlich auf den Vorderfuß. Dann nämlich, wenn es um das Anlaufen oder Spurten geht. Auf den Fersen laufend wäre dies unmöglich. Jedoch ist es möglich, dass er barfuss oder in Minimalisten nicht sehr lange (oder nicht ohne Folgen) durchhält. Das Problem ist hier nicht, dass er es wieder lernen müsste. Er ist jedoch gefordert, seinen Körper (in unserem Fall den gesamten Gehapparat) darauf zu trainieren, möglichst schnell, flexibel und ausdauernd auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren.
Dazu gehört in erster Linie das Feedback des Bodens über die Nervenenden unserer Fußsohlen zu bekommen. Schuhe machen unsere Füße blind und taub! Für die Hände sind Schuhe mit dem ganztägigen Tragen von Fäustlingen zu vergleichen. Die erforderlichen Reize sollten zusätzlich noch möglichst variationsreich sein. Beides zu erreichen bedeutet zwei Dinge zu tun: Keine, oder minimalistische Schuhe zu tragen und nicht mehr permanent auf endlos geteerten, sensorisch und im Winkel immer gleichen Flächen zu laufen. Er sollte stattdessen auf andere Böden wechseln und dort zunächst gehen, dann joggen und später laufen. Das jedoch kann Monate dauern!
Wer einen natürlichen Laufstil will, muss in die Natur!
Nur Wiesen, Wälder, Hügel, Bäche, Ufer und Berge bieten den Füßen optimale = natürliche Trainingsbedingungen. Nur dort sind alle Parameter, auf die unsere Füße über Jahrmillionen hin entwickelten und optimiert wurden. Asphaltpisten sind kein Ersatz und wie das Fitness-Studio nur unzureichend in der Lage, Sehnen, Bänder und Muskeln umfänglich und geschmeidig zu fordern. Hier werden lediglich bestimmte Muskeln, Winkel, Zeiten und Geschwindigkeiten isoliert voneinander trainiert. Die Kraft ist da, doch fließende Lastübergaben von einer zur anderen Muskelgruppe oder Sehne funktionieren nicht reibungslos.
Alles was dem Läufer in steifen Schuhen schließlich auf planer Fläche begegnet, kann schnell zu Verletzungen führen. Dazu reicht oft ein einsamer Stein auf der Landstraße, eine Bordsteinkante oder eine unvorhergesehen lange Steigung, ein Gefälle.
Erkenntnisse: alle Varianten (Vorderfuß- Mittelfuß und Fersenlauf) sind natürliche Bewegungen und gehen im Idealfall und unter natürlichen Bedingungen fließend ineinander über, wechseln ständig. Sie isoliert voneinander auf Laufbändern messen und als besser oder schlechter bewerten zu wollen ist ohne die Einbeziehung aller Parameter zu kurzsichtig und damit ein Fehler. Die Fähigkeiten unserer Füße sind so komplex wie ihr Aufbau. Ihn insgesamt zu stärken und zu erhalten erfordert natürliche Anforderungen auf maximaler Bandbreite. Jeder andere Umgang mit ihnen, wie der aus aktuellen Diskussionen herauszuhörende zwanghafte Versuch grundsätzlich auf dem Vorderfuß zu laufen, wird unweigerlich zu neuen, ganz anderen Verletzungsmustern führen.
Minimalisten in Kombination mit Naturböden sollte der Trend heißen! Nur das kann zu einem natürlichen Laufstil führen und führt durch die stärkeren Reize zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit. Dennoch - nicht jeder Läufer kann seinen Laufstil unmittelbar umstellen. Wer sich jahrelang eine individuelle Technik für bspw. die Straße mit ganz bestimmten Schuhen zugelegt hat, wird sich nicht von heute auf morgen auf eine abweichende Kombination (andere Schuhe und Untergründe) umstellen können. Durch die jahrelange immer gleiche Belastung sind Muskeln, Gelenke, Knochen, Sehnen und Bänder daran angepasst, beim Laufen ganz bestimmte Arbeiten zu leisten. Doch nicht mehr und nicht weniger. Sie sind einseitig degeneriert!
Um bei Veränderungen die schwachen Strukturen nicht zu überfordern, werden die meisten Läufer in einer längeren Übergangszeit bei ihrer ganz persönlichen Kombination von Boden und Schuh bleiben müssen. Jeder (auch der Nicht-Läufer) sollte dennoch versuchen, seine Füße ganz allmählich zu stärken. Das kann er, indem er das Barfußlaufen und/oder Minimalistlaufen als spezielle Übung dosiert in sein Training integriert und diesen Anteil sukzessive aufbaut.
Schlussgedanke: Der Mainstream lernt noch selbst was Barfußlaufen bedeutet. Aktuelle Pauschalaussagen und Empfehlungen sind deshalb besonders kritisch zu sehen. Eine Empfehlung wird nicht unbedingt richtiger wenn sie viele verkünden. Ernsthafte Plattformen sind derzeit von „Trittbrettfahrern“ nur schwer zu unterscheiden.
Aus unseren persönlichen Erfahrung haben wir deshalb einen alternativen Rat zur Entwicklung Deines eigenen Laufstils anzubieten: Höre einfach auf Deinen Körper und achte auf seine Reaktion. Suche Dir die Schuhe/Minimalisten und den Untergrund auf dem Du Dich wohlfühlst und beobachte. Dein Körper weiß ganz genau was ihm fehlt, was nicht geht und wann es zuviel war. Du musst lediglich geduldig sein und vielleicht etwas genauer hinsehen als bisher.
Vertraue auf Deinen gesunden Menschenverstand und höre nicht auf uns oder andere!
24.11.2012 Nachtrag zu diesem Artikel: Die New York Times teilt unsere Zweifel zu aktuellen Empfehlungen ebenfalls: Eine Artikel von Gina Kolata in der New York Times kritisiert die bisherigen Studien und die daraus abgeleiteten Empfehlungen in ähnlicher Weise wie beschrieben: „Myths of Running: Forefoot, Barefoot and Otherwise“. Unseren aktuellen Newspost dazu findest Du hier.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 49 (Ø 6.35) Views: 1654 Stichworte: Erstellt: 06.11.2012 Geändert: 13.03.2013 -
PaleoBarefoots®, weit mehr als nur Barfußschuhe!
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Erstellt: 16.06.2012 Geändert: 29.03.2013
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Vorwort / Wissenswertes
Wie gesund sind unsere "zivilisierten" Füße?
Historie: Jagen und die Suche nach Nahrung!
Die Koordination durch das Propriozeptive System.
Boden+Schuh: auf die Kombination kommt es an!Unsere „Barfuß“ Erfahrungen in der Natur
Wirkungen, mit denen man rechnen kann.
Was wir seit Anfang 2011 gelernt haben.Für den Umstieg auf "Barfuß" und Minimalist
Wie ist Deine persönliche (Lauf)Situation.
Die Umstellung von Lauf- auf Barfußschuh.
Die Umstellung auf reines Barfußlaufen.
Videos, Links und weiterführende Artikel
Vorwort / Wissenswertes
Die nachfolgenden Informationen sollen helfen, Deine Lust auf das Barfußlaufen zu wecken und Dir den Weg dorthin zu erleichtern. Für die meisten von uns ist es nämlich nicht so einfach wie es klingt! Dafür sprechen auch die offiziellen Zahlen: 98% der Kinder kommen mit gesunden Füssen auf die Welt. Im Erwachsenenalter leiden über 60% an Fußschäden. Seither haben allein die vergangenen 50 Jahre gepolsterter Schuhe bei 80% der Läufer zu Verletzungen geführt. Höchste Zeit also, über Barfußlaufen und/oder die PaleoBarefoots® nachzudenken!
Um das besser zu verstehen, hilft ein Blick in die Jahrmillionen lange Entwicklung des Menschen. Vor über 300.000 Jahren bevölkerten unsere Vorfahren aus der Steinzeit die Erde. Im Gegensatz zu heutigen Athleten, die eher leben um zu laufen, liefen die Paleo-Athleten allein um zu LEBEN! Ihr Alltag war das Überleben, das Jagen und die Suche nach Nahrung über weite Strecken. Dazu brauchten sie Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer. Aus heutiger Sicht würde man sie als Extrem-Sportler bezeichnen! Und - sie liefen barfuss! Für die vielfältigen Untergründe und Anforderungen an die Füße, ist ihr Aufbau deshalb entsprechend komplex, doch sehr präzise steuerbar.
Das Propriozeptive System: Gleichgewicht, Bewegung und die eigene Position wollen wohl koordiniert und gesteuert sein! Soll das präzise funktionieren, ist unser Gehirn auf deutliche Signale aus unserer unmittelbaren Umgebung angewiesen. Temperatur-, Dehn- und Druck-Rezeptoren sowie Gelenke und die Haut übermitteln dem Gehirn dazu ständig Impulse über aktuelle physische Bedingungen. Deren Auswertung findet dort über das sog. Propriozeptive System statt, das seinerseits über Signale regulierende Reaktionen im ganzen Körper auslöst.
Etwa 70% dieses Feedbacks kommt über Rezeptoren, die in unseren Füßen zu finden sind. Je offener diese Sensoren dem Untergrund ausgesetzt sind, umso präziser die ausgelösten Impulse. Es wären kaum so viele dieser Rezeptoren gerade an dieser Stelle, wenn sie dort nicht so wichtig wären! Das Gehirn steuert mit ihren Signalen Kreislauf, Muskeln und Organe, um eine möglichst sichere und energiesparende Fortbewegung zu gewährleisten.

Boden+Schuh: auf die Kombination kommt es an!
Wir können heute davon ausgehen, dass die Menschen schon immer in Tälern, Steppen, Wäldern, an Flüssen und Seen sowie entlang von Küsten lebten. Immer in der Nähe von gutem Jagdgrund und ausreichend pflanzlicher Nahrung. Sicherlich sind unsere Füße auch für die Überquerung von bspw. Felsen geeignet. Die längste Zeit aber bewegten sie sich auf eher weichen Naturböden. Jeder für sich wird bestätigen können, dass er sich barfüßig auf Sand, Gras und Laub wohler fühlt, als auf harten Flächen. Das System "Fuß" ist evolutionsbedingt auf unterstützende Dämpfung ausgelegt.
Wusstest Du, dass bei jedem Schritt im Lauf unser Gehapparat das ca. Dreifache des eigenen Körpergewichts abfedern muss? Wir halten deshalb den aktuellen Trend „mit wenigen Millimeter dicken Sohlen längere Strecken auf bspw. hartem Asphalt zurückzulegen" für recht bedenklich.
Ähnlich einem Laufband sind diese Flächen sehr arm an Variationen (keine Abwechslung in Härte, Neigung, etc.) doch schlimmer noch - ohne jede dämpfende Wirkung.
Umgekehrt wiederum eignen sich stark gedämpfte Laufschuhe mit starren Sohlen nicht für weiche und unebene Naturböden. Die Rezeptoren nehmen den Untergrund (versteckte Steine, Wurzeln, Löcher, etc.) nur diffus wahr und das Propriozeptive System generiert entsprechend ungenaue Gegenmaßnahmen. Statistische Erhebungen belegen auch, dass der größte Teil der Laufverletzungen auf weichen Böden entsteht. Darüber hinaus wird bei dieser Kombination von Schuh und Untergrund weit mehr Energie benötigt um der hier doppelten Dämpfung entgegenzuwirken.
Abhängig von der Kombination Untergrund und Schuh bzw. Barfuß, kann für längere Strecken auf unterstützende Dämpfung nicht verzichtet werden. Diese Polsterung muss also vom Boden, dem Schuh oder von beidem zusammen bereitgestellt werden. Übliche Laufschuhe sollten daher weiterhin für harte Böden eingesetzt werden, wohingegen nackte Füße und Minimalisten mit dünnen Sohlen besser auf weiche Naturböden ausweichen sollten!
Unsere These wird auch von den führenden Initiatoren des Trends (wie bspw. Daniel E. Lieberman oder Christopher McDougall) kaum bestritten. Vielmehr verweist man auf Fragen danach lediglich darauf, dass Läufer auch barfuss lieber asphaltierten Wegen folgen. Diese Flächen sind für sie vorhersehbar und gut einzusehen (siehe Video) heißt es. Durchweg unkommentiert hingegen bleibt das daraus resultierende eher einseitige Training der Füße und die wenig anspruchsvolle Stimulation der Rezeptoren (gleiche Härte, gleiche Oberfläche, gleiche Neigung = immer gleiche Anforderung).
Hier ist ein Beispiel dafür, wie einseitige Belastungen auf längere Zeit die Füße leiden lassen. Ein guter Artikel und ein sehr ehrlicher Autor, der eingesteht dass er dies besser nicht getan hätte. Das Laufen auf Straßen ist in dennoch ein guter Anfang (in Minimalisten oder auch barfuß sofern es kein Rennen ist). Langfristig sollte man jedoch mehr auf natürlichen, abwechslungsreicheren Oberflächen laufen um die Füße und das Propriozeptive System umfassend und im Sinne von "natural running" zu trainieren.

Unsere „Barfuß“ Erfahrungen in der Natur
Neben unseren persönlichen, beinhaltet die nachfolgende Liste auch die Erfahrungen der Paleo®Testers seit Anfang 2011. Vorrangig ihrer Mithilfe ist es auch zu verdanken, dass diese Seite so entstehen konnte. Vielen Dank dafür!
Wirkungen, mit denen man rechnen kann
► Man fühlt sich der Natur sehr viel näher.
► Beine und Füße fühlen sich stärker an.
► Der Gehapparat wird geschmeidiger.
► Der Gleichgewichtssinn wir trainiert.
► Die Körperhaltung korrigiert sich.
► Rücken- und Knieprobleme verschwinden.
► Fußfehlstellungen bilden sich zurück.
► Laufverletzungen heilen schneller aus.
► Es entsteht besonders Feingefühl für Bewegungen.
► Man läuft ausdauernder und energiesparender.
► Die Fortbewegung insgesamt ist fließender.
► Die Füße werden breiter, die Zehen spreizen sich.
► Der eigene Laufstil wird ein anderer ...
► ► Er wechselt zu "gleitend, tastend".
► ► Das Laufen ist barfuß erheblich leiser.
► ► Man drückt die Knie nicht mehr durch.
► ► Man lehnt den Oberkörper weiter nach vorn.
► ► Man macht mehr, aber kürzere Schritte.
► ► Vorder- und Mittelfuß treffen nun zuerst auf.
► ► Man läuft unter dem eigenen Schwerpunkt.
► Das Immunsystem wird gestärkt, man ist seltener krank.
► Mental fühlt man sich besser und die Laune hebt sich.
► Richtig dosiert macht Barfußlaufen großen Spaß!

Was wir seit Anfang 2011 gelernt haben
► Die innere Einstellung muss stimmen!
► ► besonders, wenn das Wetter schlecht oder kalt ist,
► ► oder man bereits einige Tage nicht gegangen ist.
► ► Man merkt immer erst unterwegs wie schön es ist.
► ► Barfußlaufen erfordert innere Ruhe und Enspannung.
► ► Ist man abgelenkt, steigt auch das Verletzungsrisiko.
► Man sollte sich als Einsteiger gut vorbereiten und …
► ► den Barfuß-Weg zuvor planen und erkunden,
► ► den Untergrund möglichst häufiger wechseln,
► ► für alle Fälle immer Ersatzschuhe dabeihaben,
► ► sich bis auf die Füße wärmer als sonst anzuziehen,
► ► eine Mütze tragen (der Kopf verliert viel Energie),
► ► für Wasser zur groben Reinigung danach sorgen,
► ► oder besser noch, gleich an einer Wasserstelle starten.
► Regelmäßigkeit ist wichtig! Man sollte einen klaren Rythmus haben.
► ► Wenigstens alle zwei bis drei Tage sollte man in die Natur.
► ► Vorsicht! Besonders nach den Wintermonaten beinnt man wieder bei "0"!
► ► Am Anfang jedoch noch nicht laufen, weniger ist mehr!
► ► Auch Minuten reichen anfangs. Man kann sich dann langsam steigern.
► ► Längere Pausen sollte man möglichst vermeiden.
► Für kleinere Verletzungen sollte man gerüstet sein.
► ► (Besonders bei längeren Ausflügen zu bedenken.)
► ► Es kann bspw. passieren, dass man sich die Zehen stößt,
► ► sich einen blauen Fleck oder kleine Prellungen zuzieht,
► ► man umknickt oder vielleicht sogar hinfällt.
► ► Eine kleine Erstversorgung mitzunehmen ist sinnvoll:
► ► ► eine Idealbandage (6 cm breit),
► ► ► eine Rolle Leukoplast (2,5 cm breit),
► ► ► eine elastische Klebebinde (8 cm breit),
► ► ► eine Fläschchen Franzbranntwein,
► ► Man sollte wissen, wie aktuell die Tetanus-Impfung ist.
► ► Als Diabetiker sollte man unnötige Risiken meiden.
► Bei unerwarteten Zwischenfällen unterwegs, sollte man...
► ► (Besonders bei längeren Ausflügen zu bedenken.)
► ► im Zweifel jederzeit abkürzen oder umkehren können,
► ► oder einen Ort haben, an dem man rasten kann.
► ► Den Weg daraufhin zuvor prüfen ist ratsam.
► Man sollte Körperbewußsein entwickeln und sich gut beobachten.
► ► (Gilt generell und ist nicht nur für das Barfußlaufen wichtig.)
► ► Besser man folgt keinem Trend, sondern hört zuerst auf seinen Körper.
► ► (lies dazu vielleicht unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn")
► ► Auf alle Änderungen an Beinen und Füßen sollte man achten.
► ► Besonders Intensität und Dauer von Reaktionen sind wichtig.
► Barfußlaufen bei Kälte und niedrigen Temperaturen
► ► man sollte zunächst mit normalen Schuhen laufen,
► ► und erst wenn die Füße warm sind auf barfuss wechseln.
► ► Vorsicht, werden die Füße zu kalt sind, werden sie schmerzunempfindlich,
► ► dann steigt die Verletzungsgefahr, da man nicht mehr deutlich fühlt.
► ► Das Gefühl für den Boden geht verloren und rechtzeitiges Reagieren kaum möglich.
► ► (Man tritt dann zu hart auf und nimmt keine Last zurück bei bspw. spitzen Steinen).
► ► Daraus resultierende Prellungen und Stauchungen zeigen sich erst zuhause.
► ► Besser also, rechtzeitig zurück auf die Schuhe zu wechseln …
► Muskelkater, Ziehen und leichte Schmerzen sind kein schlechtes Zeichen,
► ► (Auch vom Training im Fitnessstudio kennt man das.)
► ► sondern ein Hinweis dass die Anpassung stattfindet.
► ► Anfangs maerkt man, dass die Waden schmerzen - das ist normal.
► ► Richtig wehtun darf es allerdings nicht - dann war es zuviel!
► ► Dann gönnt man sich besser eine zusätzliche Pause und beobachtet,
► ► reduziert dann Dauer und Intensität, macht aber vorsichtig weiter.
► ► Wird es besser, nimmt man vorsichtig den alten Rythmus wieder auf.
► Vergiss nicht die Pflege der Füße.
► ► Als Barfußläufer sollte man sich täglich die Füße waschen.
► ► Auch Eincreme sollte man sie regelmäßig, doch nicht zu häufig.
► ► Dazu nimmt man am besten eine leichte Feuchtigkeitscreme,
► ► oder bei trockener und rissiger Haut auch Melkfett.

Der Umstieg auf "Barfußlaufen" und Minimalisten
Wie ist Deine persönliche (Lauf)Situation► Bist Du der gemütliche Typ oder echter Läufer?
► Auf welchen Böden bewegst Du Dich bisher?
► Suchst Du nach passenden Böden für Deine Schuhe?
► Oder nach passenden Schuhen für andere Böden?
► Du verstehst, dass es nicht nur um andere Schuhe geht?
► Wie sieht Deine persönliche Trainingssituation aus?
► Hast Du Geduld und die Ausdauer für Änderungen?
► Nasse, kalte und schmutzige Füße kein Problem?
Unabhängig von Deiner aktuellen Situation solltest Du sie nicht unmittelbar und radikal ändern. Sei Dir bewusst, dass jede Veränderung an Schuhen, dem Untergrund und besonders die Kombination von Beidem großen Einfluss auf Sehnen, Bänder, Muskeln und Deine Art zu laufen (den Laufstil) haben wird. Stelle Dich darauf ein, dass es Monate dauern könnte, bis sich Dein Gehapparat auf die neuen Bedingungen eingestellt hat und die ideale Schuh-Untergrund-Kombination gefunden ist. Dein ganz persönlicher Laufstil wird sich fließend und auf längere Sicht entwickeln. (Bitte lies dazu auch unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn").

Die Umstellung von Lauf- auf Barfußschuh
► Deine Füße waren bisher gestützt und gepolstert.
► Die Sprengung (Gefälle Ferse-Zehen) ist jetzt nahe„0“.
► Der Fuß hat Platz und kann sich besser bewegen.
► Selbst die Zehen können nun individuell mithelfen.
► Kein Fußbett mehr, das das Fußgewölbe stützt.
► Der Boden unter Dir ist viel besser zu spüren.
► Die Rezeptoren Deiner Sohlen fühlen mehr.
Schon der Barfußschuh selbst sorgt für völlig veränderte Bedingungen mit denen Deine Füße nun umgehen müssen. Ohne Deine bisherigen Laufschuhe müssen Fußmuskulatur, alle Bänder und Sehnen für die neuen Bedingungen koordiniert, gestärkt und in Form gebracht werden. Allein der fehlende Absatz (die Sprengung) kann anfangs zu merklichen Problemen mit Wadenmuskeln und Achillessehnen führen, da sie nun schlicht zu kurz sein könnten. In Barfußbedingungen muss man buchstäblich erst hineinwachsen. Besonders Sehnen und Bänder reagieren nur sehr träge!
Hinzu kommt noch der gewählte Untergrund. Solltest Du Dich zusätzlich dazu entschieden haben, zukünftig auf Naturböden (Wiese, Sand, Waldboden, etc.) zu laufen, kommt es zu weiteren Anforderungen. Bspw. werden durch das tiefere Einsinken in den Boden die Füße stärker überstreckt. Der unebene Boden führt zu anderen Winkeln und Neigungen. Auch Steine, Äste, usw. werden Deine Rezeptoren "kitzeln", die dann anfangs eventuell etwas überreagieren.
Deshalb nochmals der Rat, mit wenigen Minuten zu beginnen und nur sehr langsam zu steigern. Sofern Du bereits ein trainierter Läufer bist, laufe mit den neuen Minimalisten anfangs immer wieder nur Minuten. Warte die Reaktionen ab und steigere Dich dann kontinuierlich. Folge auch nicht dem Rat, eine bestimmten Laufstil zu trainieren, sondern gib Deinem Körper Gelegenheit ihn eigenständig zu entwickeln. (Nochmals der Hinweis auf unseren Artikel "Vorfußlaufen - Sinn oder Unsinn").

Die Umstellung auf reines Barfußlaufen
► Zusätzlich zu den vorangegangenen Punkten…
► Die Rezeptoren Deiner Sohlen liegen nun völlig frei.
► Kälte, Wärme, Nässe, usw. spürst jetzt unmittelbar.
► Du bist vor Gefahren am Boden nicht mehr geschützt.
► Du wirst schmutzige Füße bekommen ;)
Bei zu anspruchsvollem Untergrund kann das reine Barfußlaufen – insbesondere zu Anfang - schon recht anspruchsvoll sein. Umgekehrt gibt es allerdings auch kein authentischeres Fußgefühl, das so erdet und entspannen kann. Selbst Matsch und Pfützen werden mit nackten Füßen zu einem Hochgenuss! Minimalisten können zwar die physikalischen Bedingungen nachstellen, nicht aber Barfußgefühl leisten – nämlich die unmittelbare Wahrnehmung aller Umgebungsfaktoren bei jedem Schritt.
Wenn Deine Füße schon über Jahrzehnte gut behütet und in Schuhen verpackt waren, werden sie anfangs natürlich sehr sensibel sein. Insbesondere gilt das für die Rezeptoren, die durch die Sohlen hindurch ja bisher sehr genau „hinhören“ mussten. Freiliegend trifft sie nun die volle Wucht der Umgebungsbedingungen, auf die sie nun neu „kalibriert“ werden müssen. Es ist deshalb durchaus möglich, dass Du anfangs nur wenige hundert Meter auf Waldboden gehen kannst. Die Rezeptoren werden jetzt noch bei jeder kleine Unebenheit als vermeintliche Gefahr werten.
Wieder zuhause werden die Fußnerven dann noch lange nachreagieren und Deine Füße regelrecht „brummen“. Sie fühlen sich dann ähnlich an wie das Gesicht nach einem langen, kalten Winterspaziergang. Die Anpassung an diese unmittelbare Stimulation kommt allerdings erstaunlich schnell voran und nach einigen Malen wird sie schon so gut funktionieren, dass Deine Wege weiter werden und sich immer angenehmer anfühlen. Das System für die Unterscheidung von Normalbedingung zu wirklichen Gefahren wird dann funktionieren.
Apropos Gefahren. Selbstverständlich bleibt natürlich ein gewisses Verletzungsrisiko bestehen. Besonders auf unbekannten Naturböden und in Gewässern können Scherben, scharfkantige Steine, Blechteile und anderes lauern und die Barfußfreude langfristig zunichte machen. Entspanntes Barfußlaufen ist deshalb nur in Bereichen möglich, die man kennt und gut einsehen kann. Für alles, was darüber hinausgeht, werden die PaleoBarefoots® interessant.
Jeder sollte hier für sich allein herausfinden, wie viel er verträgt. Ein guter Rat ist, nach einem ersten Barfußlauf von 15 Minuten erst einmal einen Tag Pause zu machen und sich und seine Füße gut zu beobachten. Sie werden Dir schon sagen, ob sie es vertragen haben, oder es bereits zuviel war.

Videos, Links und weiterführende Artikel
Video: Christopher McDougall: Are we born to run?
Video: Daniel Lieberman: How To Run: DOs & DON'Ts
„Die Geheimnisse des perfekten Läufers“
Eine weitere hervorragende Dokumentation über die Entwicklungsgeschichte des Menschen hin zum besten Langstreckenläufer unseres Planeten. Das Barfuß-Laufen spielt darin eine zentrale Rolle. Ein überaus sehenswerter Film, der auch als DVD erhältlich ist.
Die Welt 2011 · Neandertaler fehlte beim Laufen die Ausdauer
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2010
Foot strike patterns and collision forces
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2012
What we can learn about running from barefoot running: an evolutionary medical perspective.
US National Library of Medicine National Institutes of Health 2012
Foot strike and injury rates in endurance runners: a retrospective study.
Wikipedia · Barefoot Running
SPORTSCIENCE · Barefoot Running
Runners World November 2012
Changes to Stride, Surface and Form to Avoid Injury
New York Times October 2012
Myths of Running: Forefoot, Barefoot and OtherwiseStudie der Universität Savonia Februar 2010
Leichtschuhe bei Schmerzen am unteren Rücken
Schweizer Sonntagszeitung April 2010
Auf dem Weg zum natural running
Süddeutsche Zeitung Mai 2010
Gelenke schonen beim Joggen - Hornhaut statt Turnschuh
Süddeutsche Zeitung März 2010
weiche Sohle: verpönt
Süddeutsche Zeitung Mai 2010
Laufschuhe belasten Gelenke Schlimmer als barfuß
Harvard Universität, Januar 2010, Studie:
Running barefoot or in Minimal Footwear
Universität von Virginia, Januar 2010, Studie:
The Effect of Running Shoes on Lower Extremity Joint Torques
BBC, Januar 2010
Shoes may have changed how we run
Der Standard (AT), Januar 2010
Wer geübt barfuß läuft, schützt automatisch ...
Berliner Morgenpost, Januar 2010, US Studie:
Forscher empfehlen, barfuß zu joggen
Welt, Januar 2010, Sportmedizin:
Joggingschuhe belasten mehr als Barfußlaufen
SPIEGEL, Januar 2010, Jogging Studie:
Laufschuhe belasten Gelenke stärker als Barfußlaufen
ETH Zürich, 2009 Studie Kinderfüße:
Barfuss schneller als in Turnschuhen

Die hier bereitgestellten Erfahrungen und Tipps dienen in erste Linie als Anleitung und sind für all diejenigen gedacht, die zum Barfußlaufen wieder zurückfinden möchten. Sie sind selbstverständlich kein Ersatz für die Beratung durch einen Arzt, Trainer oder Coach. Vor der Durchführung von Übungen und/oder Änderungen Deines Trainings solltest Du sie ggf. befragen. Für diese rein auf unseren persönlichen Erfahrungen beruhenden Informationen können wir keine Haftung übernehmen. Wir verweisen auf die Nutzungsbedingungen (AGB) dieser Website.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 111 (Ø 6.38) Views: 3751 Stichworte: Erstellt: 12.06.2012 Geändert: 02.06.2013 -
Ein Trend bewegt die Massen: laufe auf dem Vorderfuß!
Schon seit einigen Monaten beobachten wir die zunehmenden Diskussionen über Vorder- und Mittelfußlaufen und können nur staunen, wie zu diesem Thema täglich hunderte neuer „Barfoot Coaches“ ihre Bücher und (kostenpflichtigen) Dienste anbieten. Woher kommt dieses plötzliche Wissen und wo war es so lange verborgen? Oder anders gefragt: Ist Barfußlaufen tatsächlich so außergewöhnlich, geheimnisvoll, unbekannt, vergessen, gefährlich?
Es scheint wie so häufig wenn sich neues Bewusstsein gegenüber „Vergessenem“ versucht zu definieren. Bevor man sich sein eigenes Bild macht und darüber versucht, den eigenen, persönlichen Laufstil zu finden, neigt man dazu, vertrauensvoll dem neuen Trend zu folgen. Aus persönlichem Leidensdruck (statistisch ist die Zahl der Laufverletzungen seit Jahrzehnten nicht gesunken), Ungeduld und Mangel an Zeit ziehen es viele vor, sich beraten und "coachen" zu lassen. „Vorderfußlaufen“ heißt der aktuelle Trend! Und schon beginnen mehr und mehr Läufer damit, ihren über lange Jahre gepflegten Laufstil zu verändern. Ganz egal mit welchen Schuhen – und noch unverständlicher – egal auf welchem Untergrund!
Aus unserer persönlichen Sicht und Erfahrung ist die Kombination von Laufschuh UND Untergrund maßgeblich für den eigenen Laufstil! Und dieser ist so variabel wie unsere Füße im Aufbau (und das nicht ohne Grund) komplex sind!
Ein einfaches Beispiel: stellen wir uns einen grob geschotterten Weg vor und nehmen einen gestandenen Marathonläufer, der schon viele Jahre ausschließlich mit gedämpften Trainern die Straßen entlangläuft.
► Mit den beschriebenen Schuhen wird er auf diesem Untergrund kaum Veranlassung haben, seinen eventuelle sehr ausgeprägten Fersenlauf zu ändern. Durch die starke Dämpfung ist ihm zu dieser Ekenntnis jegliches Feedback von außen genommen. Es tut nichts weh, also warum sollte er hier etwas anders machen? Auf Schotter lauert für ihn trotz aureichender Dämpfung jedoch eine Gefahr, die er nicht bzw. nur zu spät erkennen kann. Harte Sohlen führen beim Tritt auf hochstehende Steine in Bruchteilen einer Sekunde zum Umknicken des gesamten Fußes (Prinzip Wippe). Im vollen Lauf treten dabei enorme Kräfte auf. Die einzige Fußpartie, die dem drohenden Umknicken entgegenwirken kann ist der Knöchelbereich. Kaum ein anderer Muskel im Fuß, kein Zeh, kein Fußgewölbe kann hier helfen. Laufverletzungen bei intensiven Läufern liegen deshalb in der Regel außerhalb des Schuhs (Knöchel, Knie, Waden, Oberschenkel, usw.). Um es anders deutlich zu machen: Skiunfälle führen regelmäßig zu gerissenen Bändern, gebrochenen Beinen, verdrehten Knien – doch bricht man sich dabei kaum den Mittelfußknochen, oder knickt sich die Zehen um. Alle plötzlich auftretenden Kräfte müssen in solchen Fällen allein von der biologischen Struktur des Gehapparates, dem vom Knöchel an aufwärts, kompensiert werden. Das klappt leider nicht immer! Nicht ohne Grund wurde deshalb geteerte, saubere und vor allem plane Straßen zum bevorzugten Untergrund der meisten Langstreckenläufer.
► Ziehen wir dem gleichen Läufer nun einen Minimalisten mit dünner 3-4mm dicker Sohle an und lassen ihn erneut über das Schotterfeld laufen. Eventuell wird er auch damit noch wie gewohnt auf der Ferse loslaufen. Doch was wird passieren, wenn sich der erste spitze Stein schmerzvoll in seine Ferse gedrückt hat? Er wird ganz einfach Angst bekommen sich erneut weh zu tun oder gar zu verletzten, dazu sein Tempo reduzieren, genau hinsehen wohin er tritt – und letztlich instinktiv auf den Mittelfuß oder Ballen wechseln ohne die Knie wie sonst durchzudrücken. Durch diese Maßnahme schafft er sich das dringend erforderliche (Reaktions-)Polster, um bei Bedarf jederzeit Last vom Fuß oder Fußbereichen nehmen zu können.
► Was passieren wird, wenn man ihm die Schuhe nun völlig auszieht, muss hier glauben wir nicht beschrieben werden, da jeder von uns genau weiß wie er sich bewegt, wenn der Untergrund extrem unangenehm, heiß, oder kalt wird. Es könnte bei unserem Läufer auf einem Untergrund wie scharfkantigem Schotter jedenfalls zu einem extrem Vorderfußgang in sehr geringer Geschwindigkeit kommen.
► Nehmen wir noch ein viertes Beispiel. Lassen wir den gleichen Fersenläufer doch – wieder völlig ohne Schuhe – über eine Wiese, oder den weichen warmen Sand am Strand gehen. Wie läuft er dort? Wie läufst Du dort? Im normalen Gehen wird hier wieder JEDER Fersenläufer sein. Doch warum ist das so?
Verletzungesschutz vs. Energieverbrauch!
Nun, die Natur versucht für unseren Körper ständig zwei Dinge gegeneinander abzuwägen und entsprechend zu gewichten: Die Sicherung des Überlebens bzw. der Schutz vor Verletzungen (die das Leben ja beeinträchtigen würden), und das bei möglichst geringem Energieeinsatz. Vorrang hat dabei jedoch immer der Schutz vor Schäden am Körper selbst. Alles andere wird dem - ohne dass wir es bewusst steuern - unterzuordnen. In Bezug auf unseren Schotterweg bedeutet dies, dass das Feedback der schmerzenden Fußsohlen dazu führt, dass alle Abläufe und Positionen im Gehapparat unmittelbar an die drohende Gefahr angepasst werden. Langsamer und Vorderfuß bedeutet sicherer, verbraucht aber entsprechend mehr Energie (besonders, wenn noch wild rudernde Arme für die Balance hinzukommen). Sobald keine Gefahr mehr droht (Sandstrand oder weiches Gras), ist definitiv der Fersengang die energiesparendere und auch sensorisch angenehmere Gangart.
Jeder kann auf dem Vorderfuß zu laufen!
Obschon nie bewusst trainiert, läuft unter bestimmten Voraussetzungen auch unser Marathonläufer wie selbstverständlich auf den Vorderfuß. Dann nämlich, wenn es um das Anlaufen oder Spurten geht. Auf den Fersen laufend wäre dies unmöglich. Jedoch ist es möglich, dass er barfuss oder in Minimalisten nicht sehr lange (oder nicht ohne Folgen) durchhält. Das Problem ist hier nicht, dass er es wieder lernen müsste. Er ist jedoch gefordert, seinen Körper (in unserem Fall den gesamten Gehapparat) darauf zu trainieren, möglichst schnell, flexibel und ausdauernd auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren.
Dazu gehört in erster Linie das Feedback des Bodens über die Nervenenden unserer Fußsohlen zu bekommen. Schuhe machen unsere Füße blind und taub! Für die Hände sind Schuhe mit dem ganztägigen Tragen von Fäustlingen zu vergleichen. Die erforderlichen Reize sollten zusätzlich noch möglichst variationsreich sein. Beides zu erreichen bedeutet zwei Dinge zu tun: Keine, oder minimalistische Schuhe zu tragen und nicht mehr permanent auf endlos geteerten, sensorisch und im Winkel immer gleichen Flächen zu laufen. Er sollte stattdessen auf andere Böden wechseln und dort zunächst gehen, dann joggen und später laufen. Das jedoch kann Monate dauern!
Wer einen natürlichen Laufstil will, muss in die Natur!
Nur Wiesen, Wälder, Hügel, Bäche, Ufer und Berge bieten den Füßen optimale = natürliche Trainingsbedingungen. Nur dort sind alle Parameter, auf die unsere Füße über Jahrmillionen hin entwickelten und optimiert wurden. Asphaltpisten sind kein Ersatz und wie das Fitness-Studio nur unzureichend in der Lage, Sehnen, Bänder und Muskeln umfänglich und geschmeidig zu fordern. Hier werden lediglich bestimmte Muskeln, Winkel, Zeiten und Geschwindigkeiten isoliert voneinander trainiert. Die Kraft ist da, doch fließende Lastübergaben von einer zur anderen Muskelgruppe oder Sehne funktionieren nicht reibungslos.
Alles was dem Läufer in steifen Schuhen schließlich auf planer Fläche begegnet, kann schnell zu Verletzungen führen. Dazu reicht oft ein einsamer Stein auf der Landstraße, eine Bordsteinkante oder eine unvorhergesehen lange Steigung, ein Gefälle.
Erkenntnisse: alle Varianten (Vorderfuß- Mittelfuß und Fersenlauf) sind natürliche Bewegungen und gehen im Idealfall und unter natürlichen Bedingungen fließend ineinander über, wechseln ständig. Sie isoliert voneinander auf Laufbändern messen und als besser oder schlechter bewerten zu wollen ist ohne die Einbeziehung aller Parameter zu kurzsichtig und damit ein Fehler. Die Fähigkeiten unserer Füße sind so komplex wie ihr Aufbau. Ihn insgesamt zu stärken und zu erhalten erfordert natürliche Anforderungen auf maximaler Bandbreite. Jeder andere Umgang mit ihnen, wie der aus aktuellen Diskussionen herauszuhörende zwanghafte Versuch grundsätzlich auf dem Vorderfuß zu laufen, wird unweigerlich zu neuen, ganz anderen Verletzungsmustern führen.
Minimalisten in Kombination mit Naturböden sollte der Trend heißen! Nur das kann zu einem natürlichen Laufstil führen und führt durch die stärkeren Reize zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit. Dennoch - nicht jeder Läufer kann seinen Laufstil unmittelbar umstellen. Wer sich jahrelang eine individuelle Technik für bspw. die Straße mit ganz bestimmten Schuhen zugelegt hat, wird sich nicht von heute auf morgen auf eine abweichende Kombination (andere Schuhe und Untergründe) umstellen können. Durch die jahrelange immer gleiche Belastung sind Muskeln, Gelenke, Knochen, Sehnen und Bänder daran angepasst, beim Laufen ganz bestimmte Arbeiten zu leisten. Doch nicht mehr und nicht weniger. Sie sind einseitig degeneriert!
Um bei Veränderungen die schwachen Strukturen nicht zu überfordern, werden die meisten Läufer in einer längeren Übergangszeit bei ihrer ganz persönlichen Kombination von Boden und Schuh bleiben müssen. Jeder (auch der Nicht-Läufer) sollte dennoch versuchen, seine Füße ganz allmählich zu stärken. Das kann er, indem er das Barfußlaufen und/oder Minimalistlaufen als spezielle Übung dosiert in sein Training integriert und diesen Anteil sukzessive aufbaut.
Schlussgedanke: Der Mainstream lernt noch selbst was Barfußlaufen bedeutet. Aktuelle Pauschalaussagen und Empfehlungen sind deshalb besonders kritisch zu sehen. Eine Empfehlung wird nicht unbedingt richtiger wenn sie viele verkünden. Ernsthafte Plattformen sind derzeit von „Trittbrettfahrern“ nur schwer zu unterscheiden.
Aus unseren persönlichen Erfahrung haben wir deshalb einen alternativen Rat zur Entwicklung Deines eigenen Laufstils anzubieten: Höre einfach auf Deinen Körper und achte auf seine Reaktion. Suche Dir die Schuhe/Minimalisten und den Untergrund auf dem Du Dich wohlfühlst und beobachte. Dein Körper weiß ganz genau was ihm fehlt, was nicht geht und wann es zuviel war. Du musst lediglich geduldig sein und vielleicht etwas genauer hinsehen als bisher.
Vertraue auf Deinen gesunden Menschenverstand und höre nicht auf uns oder andere!
24.11.2012 Nachtrag zu diesem Artikel: Die New York Times teilt unsere Zweifel zu aktuellen Empfehlungen ebenfalls: Eine Artikel von Gina Kolata in der New York Times kritisiert die bisherigen Studien und die daraus abgeleiteten Empfehlungen in ähnlicher Weise wie beschrieben: „Myths of Running: Forefoot, Barefoot and Otherwise“. Unseren aktuellen Newspost dazu findest Du hier.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 49 (Ø 6.35) Views: 1654 Stichworte: Erstellt: 06.11.2012 Geändert: 13.03.2013 -
Was sagt die Wissenschaft zu Barfußschuhen?
Schon im Jahre 1995 warnte der Biomechaniker Christoph Reinschmidt von der Universität Calgary (Kanada) davor, dass die sog. Sprengung (die Erhöhung der Ferse im Vergleich zum Vorfuß), die Pronation des Fußes in der Stützphase der Laufbewegung verstärkt. Die Pronation des Fußes ist eine natürliche Dämpfungsbewegung durch eine natürliche Bewegung nach innen. Hier geht es in erster Linie um die Kraft, mit der der Fuß in diese Drehung gedrückt wird. Je nach Konstruktion des Absatzes verursacht dieser ein Mehrfaches an Belastung (Grau, 2003). Die Schuhhersteller „erfanden“ daraufhin sogenannte „Pronationsstützen“ (härtere Materialien auf der Innenseite der Zwischensohle) um die starken Belastungen durch die Sohle abzufedern. Die amerikanische Biomechanikerin Dr. D. Casey Kerrigan und ihre Kollegen fanden erst kürzlich heraus, dass ausgerechnet gedämpfte Schuhe mit hoher Sprengung (Absätzen) und Pronationsstütze die Hüft- und Kniegelenke ihrer Träger stärker belasten, als wenn diese ganz einfach barfuss laufen würden. Die Wissenschaftler maßen beim Laufen mit Schuhen um 37 Prozent höhere interne Drehmomente im Knie und um 54 Prozent höhere Drehmomente in den Hüftgelenken.
Eine weitere Studie ist einem amerikanischen Forscherteams unter der Leitung von Geoffrey Keenan zu verdanken. Die Experten der University of Virginia beobachteten 68 gesunde Sportler mit Schuhen und rein barfuss auf dem Laufband. Die Sportler wurden dazu mit Reflektoren ausgestattet und mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt. Alles zu dem Zweck, die Belastungen der Gelenken mathematisch errechnen zu können. Das Ergebnis verblüffte auch hier: An Hüft-, Knie- und Fußgelenken traten weit höhere Kräfte auf, wenn Jogger Schuhe trugen. Die Hüfte wird durch Laufschuhe rechnerisch um durchschnittlich 54 Prozent stärker belastet, als beim Barfußlauf. Im Kniegelenk lagen die Belastungswerte zwischen 36 und 38 Prozent höher. Man ging durch die Messungen davon aus, dass die höheren Belastungen zu großen Teilen vom erhöhten Absatz und dem Stützmaterial unter dem Fußgewölbe herrührten. Diese Studie bestätigte damit überzeugend, dass die erhöhten Belastungen an den drei unteren Gelenken eine Folge des Aufbaus (Sprengung/Pronation) moderner Laufschuhe sind.
Auch Wissenschaftler um den Evolutionsbiologen Prof. Dr. Daniel Lieberman von der Universität Harvard (Nature, Bd. 463, S. 531, 2010) kommen zu diesem Ergebnis: Wer barfuss joggt, schont seine Gelenke. Sehr richtig stellen die Autoren fest, dass Jogger mit herkömmlichen Laufschuhen mit der Ferse voran den Boden berühren. Die Belastung der Knie und anderer Gelenke erhöht sich dadurch bis zum Dreifachen des eignen Körpergewichts. Barfuss hingegen treffen die Läufer eher mit dem Ballen oder Mittelfuß zuerst auf. Dabei wird ein natürlicher Federmechanismus der Füße genutzt, um den anschließenden Aufprall der Ferse bereits stark abzufedern. Die Restenergie beim anschließenden Aufsetzten der Ferse wird dann als geminderter Stoß über das Gelenk weitergeleitet. Prof. Lieberman dazu: „Die meisten Menschen glauben, es sei gefährlich und schmerzhaft, barfuss zu laufen“. Jedoch ist das Gegenteil der Fall. Selbst auf hartem Untergrund sei es angenehmer, ohne Schuhe zu laufen. Bei ungehinderter Bewegungsfreiheit der Füße werden diese besser trainiert und gestärkt, was im Ergebnis zu weniger Verletzungen führen kann.Fazit und Grundsatzdenken:
Auch anerkannte Mediziner, Physiotherapeuten, Orthopäden und Podologen sind sich einig, dass die biomechanischen und sensorischen Funktionen des menschlichen Fußes durch Schuhwerk degenerieren. Vermeide deshalb Schuhe mit Absätzen und auch Schuhe, die äußerlich flach aussehen und trotzdem eine Sprengung haben. Selbst Schuhe, die als „Barfußschuhe“ oder mit angeblich „Nullabsatz“ beworben werden, sind in der Regel im Ballen- und Fersenbereich unterschiedlich stark. Gehe häufig barfuß oder in Schuhen, die dem Barfußlaufen so nahe wie möglich kommen.
Inzwischen begegnet man diesem Thema generell auch in den Medien immer häufiger. Der zunehmende Trend, sog. „Minimalisten“ auch „Barefoots“ oder „Barfußschuhe“ für Sport und Freizeit einzusetzen ist ungebrochen. Hier ein kleiner Überblick zu entsprechenden Produkten, die seither von anderen Herstellern dazu auf den Markt gebracht wurden.Doch ist das schon alles?
Nein, denn jeder kann noch viel mehr für sich tun. Aus unserer Überzeugung ist der Einsatz von Barfußschuhen nur der Anfang dieser Entwicklung und noch lange nicht zu ende gedacht. Wichtig für das allgemeine Wohlbefinden, Gemütslage und die Anregung von körpereigenen Vitalfunktionen ist nicht allein die Position des Fußes! Es gibt eine ganze Reihe weiterer, ebenso wesentlicher Faktoren, die auch von modernen Barfußschuhen nur ungenügend bereitstellt werden. Wir sprechen hier von den unmittelbaren, möglichst variationsreichen Einflüssen der Umwelt auf die Füße und damit letztlich auf den gesamten Körper.
Warum sonst, beginnen Menschen unweigerlich zu lächeln, wenn sie barfuss in eine Pfütze steigen? Und warum ist man als Erwachsener kaum in der Lage, seine Kinder von Schlamm, Dreck und Matsch fernzuhalten worin sie gern umher springen? Urinstinkte?
Um dies besser verstehen zu können, sollte man sich die Menschheitsgeschichte vor Augen halten. Wie lange schon läuft der Mensch auf planierten, ebenen ja sogar polierten Flächen? Unsere Füße haben sich seit Jahrmillionen zu dem entwickelt, was sie heute sind. Sie sind eine biomechanische Glanzleistung der Evolution – gentechnisch optimiert für ständig wechselnde Unterschiede in Bodenhärte, Bodenbeschaffenheit, Temperatur, Feuchtigkeit und Nässe, Bodeneigung, usw. In den vergangenen 10.000 Jahren haben wir jedoch die Abschirmung der Füße von eben diesen Ur-Reizen geradezu perfektioniert … und ihnen diese enorm wichtigen Stimulationen genommen.
Der Aufbau des Gehapparats insgesamt ist das biomechanische Ergebnis einer überaus langen Entwicklungszeit. Sie sind optimiert auf alle Untergründe, die in der Natur vorkommen – und im Umkehrschluss, auf nichts, was es vor 10.000 Jahren an Untergründen nicht gab. Dazu arbeitet die Evolution leider zu viel zu langsam. Auf einer Asphaltpiste über Stunden der immer gleichen Belastung ausgesetzt zu sein, ist für die Komplexität der Füße eine andauernde Unterforderung, die zur Degeneration führen muss. Füße brauchen die Abwechslung um rundherum gesund und stark zu bleiben: warm, kalt, nass, trocken, hart, weich, uneben, bergauf, bergab, schräg, usw.
Barfuß und die PaleoBarefoots®:
Die etwas irreführenden Bezeichnung Barfußschuh bezeichnet, entgegen dem was man erwarten könnte, nicht das erreichte Barfußgefühl, sondern vielmehr barfußähnliche Bedingungen (minimale Sprengung, kein/wenig Fußbett, dünne Sohle, Zehenfreiheit und einen insgesamt sehr weiche Bauweise), die ein solcher Schuh nachstellen soll. Unsere deshalb weniger guten Erfahrungen mit bestehenden Produkten (den sog. „Minimalisten“ auch „Barefoots“ oder „Barfußschuhen“) führte schließlich zu einer einfachen Idee, der Gründung von GoSt-Barefoots und einem völlig neuen Barfußkonzept.
Gehen und Laufen, so barfuss wie möglich und auf möglichst natürlich gewachsenen Böden. Ideale Voraussetzungen für unsere Füße UND die PaleoBarefoots®. Die Barefoots wurden speziell dazu entwickelt, selbst auf unbekannten und wenig übersichtlichen Böden absolut sicher „barfuss“ zu laufen und im wahrsten Sinne des Wortes, die Natur zu spüren. Auf Heiden und Wiesen, im Wald, an Küsten, Bächen und Flüssen – ja sogar im und unter Wasser.
Die PaleoBarefoots® haben folgende Vorteile gegenüber Minimalisten:
► Sie bestehen vollständig aus Edelstahl-Ringgewebe und halten ein Leben lang.
► Das Material ist industriell bewährt (Fleischindustrie) und hygienisch unbedenklich.
► Diese PaleoBarefoots® schützen zuverlässiger vor Verletzungen.
► Das offene Ring-Raster macht Umwelteinflüsse unmittelbar erfahr- und spürbar.
► Das flexible Gewebe erlaubt natürliche Fußbewegungen und erhöht die Beweglichkeit.
► Temperaturunterschiede (Kneippeffekt) wirken stimulierend auf den Körper.
► Der jeweilige Untergrund verursacht belebende Massagen (Fußreflexzonen).
► Ihre Verwendung stärkt das Immunsystem und regt Vitalfunktionen an.
► Die PaleoBarefoots® vermitteln pures und damit echtes Barfußgefühl.
Da diese Liste nur einen kurzen Einblick geben kann und zuwenig detailliert ist, finden Sie nachfolgend einige Links zu entsprechenden Informationsseiten auf unserer Online-Präsenz. Sollte Sie weitere Informationen benötigen, sprechen Sie bitte mit uns.
Links zu weiteren Informationen auf dieser Palttform:
► Informationen zur Herstellung der PaleoBarefoots®.
► Gesundheitliche Aspekte Paleo®- und Barfußlaufen.
► Eine Zusammenfassung der Eigenschaften.
► Aussagen von Kunden und Testern.
► Kunderezensionen Online-Shop.
► Bildergalerie PaleoBarefoots®.
► Videoarchiv PaleoBarefoots®.
► Die PaleoBarefoots® auf YouTube.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 59 (Ø 6.25) Views: 1708 Stichworte: Erstellt: 31.08.2012 Geändert: 12.01.2013 -
Trend "Natural Running", die neuen Schuhe und was anders ist!
Der Trend der sog. Minimalisten oder auch Barfußschuhe soll das natürliche Laufen wieder ermöglichen. Sprengung (Gefälle von Ferse zu Zehenbereich), Fußbett, Flexibilität sind hier die Stichworte. Das folgende Video erklärt das Prinzip der Barfußschuhs und zeigt auch, dass es ganz so einfach nicht ist, und dazu eine ausgedehnte Umstellungsphase erforderlich ist.
Unsere Füße sind eigentlich fürs Laufen ohne Schuhe gemacht. Doch nach Jahrzehnten mit Dämpfung und Führung muss sich der moderne Läufer erst vorsichtig ans „Barfußlaufen“ herantasten, um einen gesünderen und effektiveren Laufstil zu entwickeln.
Eigentlich müssten wir alle barfuss laufen, denn dafür hat die Natur unsere Füße konstruiert. Diese These vertreten immer mehr Orthopäden. In prähistorischer Zeit sind die Menschen bis zu 40 Kilometer und mehr am Tag gelaufen. Und das natürlich völlig ohne Schuhe.
Da sich die letzten 10.000 Jahre unserer Entwicklung noch nicht in unserem Erbgut niedergeschlagen hat, sind unsere Füße heute die gleichen wie damals. Gesunde Menschen kommen mit Füßen auf die Welt für das Barfußlaufen gemacht sind. Kinder laufen bspw. genau so, wie es der Biomechanik des Fußes entspricht – bis dann die ersten Schuhe kommen. Bis dahin setzen sie instinktiv den Fuß nicht mit der Ferse auf, sondern mit dem Mittel- und Vorderfuß.
Kinder haben noch ein sehr direktes Verhältnis zu ihrem Körper und wissen genau, dass es weh tun kann, wenn sie mit der Ferse aufkommen. Von den Kindern lernen, heißt wieder natürlich laufen lernen. Denn die meisten modernen Menschen in den Industrieländern, haben im laufe ihres Lebens die Fähigkeit verloren, instinktiv so zu laufen, wie für ihre Füße ideal wäre. Stark gedämpfte Sport- und Laufschuhe die den Fuß stützen und führen, verhindern natürliche Bewegungen und die direkten Umwelt- und Untergrundreize die unser Gehapparat für abgestimmte Reaktionen und Bewegungen braucht.
Egal welche Minimalisten oder Barfußsschuhe man schließlich wählt, allen wirklichen Läufern ist das Training mit diesen Schuhen (wie auch mit PaleoBarefoots®) zunächst nur sehr dosiert zu empfehlen. Nämlich genau so lange, bis sich der Fuß allmählich wieder an die Belastung des Barfußlaufens angepasst hat. Besonders vorsichtig sollten hier Läufer sein, die bislang viele Jahre und Kilometer in herkömmlichen, gut gedämpften und den Fuß unterstützenden Laufschuhen liefen. Sie sind zwar meist gut trainiert, haben jedoch genau deshalb Defizite in der Fußmuskulatur. Beim zu frühen Versuch große Strecken in Barfuß-Laufschuhen zu absolvieren drohen deshalb Überlastungen.
Für Laufeinsteiger dagegen sind Barfuß-Laufschuhe beinahe uneingeschränkt zu empfehlen. Wer noch nicht lange und weit läuft, sollte seine ersten Versuche ruhig darin machen. Bei Anfängern sind Füße und restlicher Körper im gleichen (untrainierten) Trainingszustand. Das Training der Fußmuskulatur trainieren so von Beginn an alle anderen Bereiche harmonisch mit und stimmt sich aufeinander ab.
Wenn sich Sehnen, Bänder und Muskeln schließlich genügend an das „urmenschliche“ Laufen angepasst haben, kann und sollte man weiter bei Barfußschuhen bleiben. Doch bis dahin ist es für die meisten ein langer, weiter Weg, der viele Monate dauern kann. Für gestandene Läufer werden die neuen Barfußtrainer neben den herkömmlichen Tretern wohl noch über längere Zeit Zweitschuh bleiben.
Weitere Informationen Ihre Bewertung: Bewertung: 21 (Ø 6.19) Views: 506 Stichworte: Erstellt: 28.10.2012 Geändert: 21.12.2012 -
Warum sind die PaleoBarefoots® so anders?
In der Regel läuft man Schuhe ein … die Schuhe passen sich beim ständigen Tragen den Füßen an. Bei den PaleoBarefoots® wie auch beim echten Barfußlaufen stimmt diese Logik nicht. Hier müssen sich die Füße den unmittelbaren Belastungen und Einwirkungen der Umwelt stellen und sich erst daran gewöhnen. Will man nur gehen, ist die Belastung geringer, will man barfuss größere Strecken bewältigen, ist sie sehr viel stärker. Höhere Belastungen als spazieren zu gehen, oder den Strand entlang zu flanieren kann viele Wochen/Monate der Umstellung bedeuten. Muskeln, Sehen und Bänder in Beinen und Füßen müssen sich an die neuen Bedingungen anpassen. Allein die ganz persönliche (Barfuß)Form bestimmt hier Rhythmus und Geschwindigkeit.
Jedem, der den überwiegenden Teil seines Lebens Schuhe (inkl. Barfuß-Schuhe) getragen hat, wird es kaum gelingen, von jetzt auf gleich länger als Minuten vollkommen barfüßig über Straßen, Schotterwege oder holprige Waldwege zu gehen. Nicht trainierte, über Jahre durch Schuhwerk abgeschirmte Füße werden mit der plötzlichen, sensorischen Reizen und den ungedämpften mechanischen Belastungen nicht gleich umgehen können. Noch fehlt die strukturierte Verarbeitung der nun ungedämpften, massiven Reize, die Deine 200.000 Nervenenden nun ungefiltert wahrnehmen. Neben den Nerven sind in den Fußsohlen zudem natürliche Schutzeinrichtungen wie Fettpolster, Lederhaut, Körperspannungen usw. eventuell nicht mehr ausreichend vorhanden. Mit den PaleoBarefoots® ist all dies nicht anders. Sie bieten zwar perfekten Schutz gegen rein mechanische Gefahren, nicht aber gegen das Barfußlaufen selbst. Bewusstes kontinuierliches Training (auch daheim) ist alles.
Dies ist auch der Grund, warum sich die PaleoBarefoots® keiner bekannten Klasse für Fußbedeckungen zuordnen lassen. Mehr noch, sie definieren eine völlig neue Barefoot-Technologie. Ihr Charakter liegt sehr dicht am „puren Barfußlauf“ und sehr weit entfernt von den sog. Barfuß-Schuhen (Minimalisten wie VIBRAM, Vivobarefoot und vielen andere). Ein Alleinstellungsmerkmal, wie man es sich als Anbieter nur wünschen kann. Andererseits können die „minimalistischen“ Eigenschaften vom Anwender leicht unterschätzt werden. Paleo®Laufen ist so „unmittelbar“ wie Barfußlaufen – und zwar in allem, was dazugehört … genauso kalt, genauso nass, genauso weich, genauso hart. Es macht enorme Freude, all dies zu erleben. Doch brauchen manche Füße Zeit damit (wieder) umzugehen.
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Erstellt: 19.05.2012 Geändert: 21.01.2013
Über die PaleoBarefoots®





